„Wir sollten endlich damit anfangen unsere Rechte selbstbewusst einzufordern!“ – Interview mit PiA, die ihre Klinik verklagten.

In den letzten Monaten erschienen immer wieder Berichte von Gerichtsprozessen und Psychotherapeuten in Ausbildung (im Folgenden ‚PiA‘), die ‚ihre‘ Krankenhäuser und Kliniken verklagten. Es gab sowohl PiA, die gewonnen haben als auch PiA, die Prozesse verloren haben. Vor einer Woche hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) die Revision der vorm Landesarbeitsgericht (LAG) Nordrhein-Westfalen verklagten Klinik zurückgewiesen (Anm. d. Redaktion: Pressemitteilung des VPP). Das bundesweit berühmt gewordene Verfahren vom LAG Hamm (Az. 11 Sa 74/12) wird somit nicht wieder aufgenommen. Die Kollegin erhält somit ein gültiges Urteil und eine etwas geringere Vergütung als die ursprünglich zugesprochene – damit hat wieder ein PiA mehr vor einem Arbeitsgericht gewonnen. Was weiterhin aussteht ist ein höchstrichterliches Urteil des BAG zu den Arbeitsverhältnissen der PiA.

Damit ihr Euch selbst ein Bild machen könnt, was im Falle einer Klage auf Euch zukommt, haben wir von www.pia-im-streik.de das Gespräch mit den Klägerinnen und Klägern gesucht. Unsere beiden Interviewpartner vertreten dabei unterschiedliche Perspektiven auf das Thema „Verklage Deine Klinik“. Während Peter Freytag davon ausgeht, dass es mit der Approbation schwierig werden könnte, wenn man von einem Gericht eine volle Vergütung zugesprochen bekommt, weil damit der Ausbildungscharakter der praktischen Tätigkeit im Rahmen der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Psychologische Psychotherapeuten (PsychTh-AprV) wegfallen könnte, beruft sich Esther Bockwyt auf das Psychotherapeutengesetz (PsychThG), das nicht vorschreibe, ob die praktische Tätigkeit ein Angestelltenverhältnis oder ein Praktikum sein solle. Eine Anerkennung der praktischen Tätigkeit komme für sie nicht mehr in Frage, sie hat sich beruflich umorientiert. Auch bei möglichen negativen Folgen für künftige PiA-Generationen haben die beiden unterschiedliche Ansichten.

DSC_7570-1-4x6d_pp2autokorrEsther Bockwyt hat im Jahr 2010 in Vollzeit für das Asklepios Fachklinikum in Teupitz (Brandenburg) gearbeitet, ist aber lediglich für eine halbe Stelle unter Tarif bezahlt worden, während die restliche Arbeitszeit als Praktikum deklariert worden ist. In dem nachfolgenden, ca. ein Jahr dauernden Rechtsstreit gegen Asklepios ist ihr am Ende vom Gericht in zwei Instanzen das volle Gehalt zugesprochen worden (5 Ca 1191/13). Laut Gericht habe kein Praktikum sondern ein Arbeitsverhältnis bestanden.

peterDas Verfahren von Peter Freytag (11 Ca 10331/13) ist noch nicht abgeschlossen. Das Arbeitsgericht in Köln hat ihm zunächst keinen Anspruch auf Vergütung zugesprochen woraufhin Peter Revision eingelegt hat. Peter Freytag ist Sprecher der PiA-Vertretung im VPP und Beisitzer im Bundesvorstand des VPP.

Für alle Interessierte im Berliner Raum, wird es am 28.04.2015 um 19:30 Uhr ein Treffen in der Turnhalle am Ostkreuz (Holteistraße, 6-9, 10245 Berlin) geben, um gemeinsame Klagewege zu ergründen (s. Facebook-Event & Info zur Location)

Das ganze Interview in ungekürzter Fassung:

 

Hallo Peter, hallo Esther, Ihr habt vor kurzem Eure Krankenhäuser verklagt, in dem Ihr die praktische Tätigkeit (PiA müssen im Rahmen ihrer Ausbildung 1800 Stunden davon machen) gemacht habt. Was hat den Ausschlag für Euch gegeben zu klagen?

Peter:

Mir ging es um das Prinzip, dass PiA oft unentgeltlich zur stationären Versorgung beitragen, und das auch noch ohne hinreichende Anleitung durch erfahrene Therapeuten. Ich möchte einfach von einem Gericht hören, in welchem Verhältnis die für die Klinik erbrachte Leistung zu der durch die Klinik erhaltene Anleitung stehen muss, um solche Null-Euro-Stellen rechtfertigen zu können.

Esther:

Ich habe in der Klinik, in der ich tätig war, insgesamt auf vielerlei Art und Weise schlechte Erfahrungen gemacht. Ich habe dort immer mein Bestes gegeben, in Vollzeit und mit hoher Verantwortung gearbeitet. Ich bin die einzige Stationspsychologin gewesen, habe ebenso wie die Stationsärztin zwischen 8-11 Einzelgespräche in der Woche geführt, Klein- und Großgruppen eigenständig geleitet und den üblichen Dokumentationskram erledigt. Angeleitet worden bin ich dort, bis auf ein Mindestmaß an ‚Supervision‘, nicht.

In Gesprächen mit anderen PiA habe ich auch festgestellt, dass niemand über eine derart umfangreiche und verantwortungsvolle Arbeit berichtet, wie dies bei mir und den anderen PiA bei Asklepios in den brandenburgischen Kliniken der Fall ist. Dort werden PiA grundsätzlich als Ersatz für Psychologen bzw. Psychotherapeuten ‚eingestellt‘, um Kosten zu sparen. Auch an anderem Personal wird bekanntermaßen in großem und rechtlich fragwürdigem Stil eingespart, es gibt z.B. eine konzerneigene Zeitarbeitsfirma. Festangestellte Psychologen gibt es dort so gut wie gar nicht mehr. Diese Klinik ist in meinen Augen wirklich in jeglicher Hinsicht ein Extrembeispiel für Mitarbeiterausbeutung, was sich unter anderem letztendlich auch in einem destruktiven Mitarbeiter- und Arbeitsklima sowie am Ende der Kette in mangelhafter Patientenversorgung niederschlägt.

Für mich stand fest, dass ich klagen werde, da ich wusste und gespürt habe, dass mir für diese Arbeit, die ich dort geleistet habe, Geld zusteht und da ich insgesamt in dieser Klinik, wie andere auch, sagen wir mal, nicht sonderlich sozial kompetent behandelt worden bin. Für mich gab es deshalb keinerlei Ambivalenz bezüglich der Entscheidung. Ab sofort darf die Klinik dieses Modell für PiA nicht mehr anwenden, sonst macht sie sich strafbar. Es war wichtig für mich, von einem Gericht anerkannt zu bekommen, was ich dort getan habe, denn diese Anerkennung musste ich damals in der Klinik leider missen. So ist es letztendlich auch ein Stück Genugtuung für mich und dieses Lebenskapitel ist nun auch innerlich abgeschlossen. Es ist nicht alles schlecht gewesen, was ich bei Asklepios erfahren habe, jedoch überwogen letztendlich doch die negativen Erfahrungen und das Gefühl von Ungerechtigkeit.

Ihr habt Euch vor Gericht von einem Fachanwalt für Arbeitsrecht vertreten lassen. Konnten Eure Kosten von einer Rechtsschutzversicherung übernommen werden? Mit welchen Kosten müssen PiA rechnen, wenn sie klagen möchten?

Peter:

Grundsätzlich muss in arbeitsrechtlichen Verfahren in der ersten Instanz, d.h. vor dem zuständigen Arbeitsgericht, jede Partei unabhängig vom Ausgang die eigenen Anwaltskosten tragen. Dazu kommen dann im Falle einer Niederlage noch die Gerichtskosten. In der zweiten Instanz, d.h. vor dem zuständigen Landesarbeitsgericht, fallen ggf. wesentlich höhere Kosten an, da hier auch Zeugen einbestellt werden, deren Reisekosten, Verdienstausfälle usw. von der unterlegenen Partei zu tragen wären. ver.di trägt für Mitglieder alle Kosten der ersten Instanz. Im Falle einer Revision, d.h. im Falle eines Verfahrens vor dem Landesarbeitsgericht, prüft der jeweilige Landesbezirk von ver.di zunächst, ob hinreichend gute Erfolgsaussichten bestehen. Falls ver.di auch das Verfahren in der zweiten Instanz begleitet, fallen für ver.di-Mitglieder auch dort keine Kosten an.

Esther:

Das war bei mir aber nicht der Fall, da ich nicht rechtsschutzversichert bin. Ich glaube ich habe insgesamt etwas weniger als 3000 € bezahlt, den genauen Betrag weiß ich nicht. Die Kosten hängen vom individuellen Fall und dem Streitwert ab – das kann man sich im Internet einfach ausrechnen lassen. (Anm. d. Redaktion: siehe die roten Links unten). In erster Instanz muss man aber – auch wenn man gewinnt – den eigenen Anwalt zahlen. Das ist in den höheren Instanzen anders. Gerichtsgebühren waren bei mir deutlich niedriger als die Anwaltsgebühren. Aber das liegt wohl auch daran, dass ich gewonnen habe.

FAQs zu Gerichtsverfahren der PiA-Vertretung im VPP: http://www.vpp-pia.de/doku/Juristische%20Moeglichkeiten%20Praktische%20Taetigkeit%20FAQ.pdf

Prozesskostenrechner: http://anwaltverein.de/leistungen/prozesskostenrechner

Wie läuft ein Treffen mit dem Anwalt ab? Muss ich schon für die Erstberatung zahlen?

Esther:

Das kommt wohl auf den Anwalt an. Ja, soweit ich weiß, muss man auch eine Beratung bezahlen.

Peter:

Im Vorfeld sollte man sein Anliegen schon mal umreißen, damit der Anwalt sich auf die Materie einstellen kann. Zum ersten Termin kann es dann nicht schaden, alle „Beweise“ mitzubringen, die man schon zusammen hat; außerdem sollte man eine grobe Einschätzung abgeben können bezüglich der Höhe der Forderungen an die Gegenseite. Auf dieser Grundlage wird der Anwalt die Gegenseite zunächst mit den Forderungen konfrontieren – und zu einer entsprechenden Zahlung auffordern. Verstreicht die Frist für eine solche außergerichtliche Einigung, wird der Anwalt bei dem zuständigen Arbeitsgericht Klage einreichen. Auch für die Erstberatung gilt, dass diese für ver.di-Mitglieder bei einem ver.di-Anwalt bzw. durch einen Anwalt des DGB-Rechtsschutzes kostenlos ist. Zudem bieten einige Berufsverbände wie der VPP ihren Mitgliedern eine kostenlose juristische Beratung im Vorfeld an.

Denkt Ihr, Ihr habt mit Euren Klagen zukünftige Anstellungen als Arbeitnehmerinnen gefährdet? Gibt es eine Möglichkeit sich davor schützen?

Peter:

Sicherlich ist man bei einem Arbeitgeber, dem man ein Gerichtsverfahren aufgezwungen hat, nicht gerade ‚erste Wahl‘. Daher muss man sich vor einer Klage gegen einen regional bedeutsamen Arbeitgeber klar machen, dass man dort in den folgenden Jahren eher nicht als Psychotherapeut unterkommen wird.

Esther:

Bei der beklagten Klinik werde und möchte ich sicher in meinen Leben nicht mehr arbeiten.

Wie konntet Ihr als Klägerinnen nachweisen dass Ihr nicht nur ein „Praktikum“ gemacht habt?

Esther:

Ich habe so ziemlich alles, was mir zu der damaligen Arbeit bei Asklepios in den Kopf kam, für das Gericht zwanghaft genau und ausführlich dokumentiert, den zeitlichen Umfang der Tätigkeiten aufgeschlüsselt. Ich habe dargestellt, wie sich meine Arbeit dort von anderen psychologischen Praktika, die ich gemacht habe, unterschieden hat und mein Arbeitszeugnis und meinen Arbeitskalender als einige von mehreren Beweisunterlagen zur Verfügung gestellt. Ich denke diese Vorgehensweise kam mir neben einem ‚schwachen Auftritt‘ der Gegenseite (welches auch angesichts des Fehlens von Argumenten nicht verwundert) und neben einer sehr guten Zusammenarbeit mit meinem Anwalt zu Gute, denn es war gar nicht mehr notwendig, Zeugen anzuhören, wie dies, meiner Kenntnis nach, sonst in den anderen Klagefällen der Fall gewesen ist. Man muss sich schon im Klaren darüber sein, dass man nicht einfach etwas behaupten kann und dann Recht bekommt. Es steckt viel Arbeit darin, es ist wichtig, alles darzulegen und so gut wie möglich zu beweisen.

Dankenswerterweise führte die Gegenseite in meinem Fall auch ein Zitat an, das sinngemäß so lautete: „Der Praktikant läuft mit, schaut zu, probiert auch mal selber aus.“ Und das war nun genau das Gegenteil von dem, was ich im Rahmen meiner Arbeit in der Klinik gemacht habe, das Zitat habe ich dann natürlich gerne aufgegriffen, ebenso wie nicht mit Inhalt gefüllte Worthülsen der Gegenseite wie ‚Anleitung‘ und ‘Supervision‘.

Peter:

Das hängt wirklich von den eigenen Aufzeichnungen zur Praktischen Tätigkeit ab. Am besten macht man sich schon während der Praktischen Tätigkeit detaillierte Notizen über die Anzahl der Einzel- und Gruppentherapien. Dazu reichen ggf. schon die Aufzeichnungen im eigenen Kalender. Hilfreich wären außerdem Arbeitszeugnisse für die Praktische Tätigkeit.

Anm. d. Redaktion: Peter hat uns eine Liste von Beweismitteln erstellt, die sich in früheren Verfahren als brauchbar erwiesen haben:

  • (anonymisierte) Berichte (z.B. Entlassbriefe, Kassenanträge, Wochenberichte, in denen der/die PiA als „Psychotherapeut/in“ geführt wird)
  • Urlaubsformulare (um nachzuhalten, dass der/die PiA wie die festangestellten und vergüteten Therapeuten entsprechende Anträge stellen muss und ggf. Urlaubsvertretung übernimmt o.Ä.)
  • Konkrete Angaben zu behandelten Patienten und entsprechenden Zeiträumen (ggf. durch anonymisierte Berichte nachweisbar)
  • Kalenderauszug zur näheren Aufschlüsselung z.B. zweier Arbeitswochen (mit allen Terminen und zur Verdeutlichung des täglichen / wöchentlichen Arbeitspensums)
  • Dokumentation im klinikeigenen Computersystem
  • eigener Arbeitsplan
  • Zeugen (für PiA-Supervisionsumfang, Testdiagnostik, Berichtsverfassen)
  • Abrechnungsbögen der Testdiagnostik (da hier eine direkt abrechenbare Tätigkeit eigenständig durch eine PiA vollzogen wurde
  • Arbeitszeugnisse der Klinik, die Tätigkeiten und Umfang belegen

Muss man sich Sorgen um die Anerkennung der praktischen Tätigkeit machen, wenn man klagt? Man hört oft, dass die Ämter Anstellungsverhältnisse nicht als praktische Tätigkeit anerkennen.

Esther:

Das weiß ich nicht genau, da es für mich nicht mehr in Frage kommt. Allerdings habe ich im Rahmen meiner Klagesache gelernt, dass das Psychotherapeutengesetz gerade nicht vorschreibt, ob die praktische Tätigkeit ein Angestelltenverhältnis oder ein Praktikum sein soll. Demnach muss es eigentlich anerkannt werden.

Peter:

Wenn das Gericht der Klage statt gibt und die Ausbildung zum Zeitpunkt der Urteilsbegründung noch nicht abgeschlossen ist, hängt es von dem Umfang der psychotherapeutischen Tätigkeit in den Einrichtungen ab, ob ein Risiko einer nachträglichen Aberkennung durch die zuständige Landesbehörde besteht. In einem bekannten Urteil hat das Gericht zum Beispiel festgestellt, dass die PiA-Tätigkeit etwa im Umfang von 40% der ‚Erbringung wirtschaftlich verwertbarer Leistungen‘ diente. Dies entsprach daher einer Vergütung in Höhe von 1000€ pro Monat. Hier ist das Risiko sehr gering. Ein anderer Sachverhalt liegt vor, wenn jemand eine volle Vergütung als Psychologe zugesprochen bekommt; denn dann fällt der Ausbildungscharakter der Praktischen Tätigkeit ja vollständig weg. Generell geht es um den Anteil der für die Klinik ‚wirtschaftlich verwertbaren Leistungen‘ innerhalb der praktischen Tätigkeit.

Esther, Du hast mit Deiner Klage in zweiter Instanz ein rechtskräftiges Urteil erreicht. Wann endet eine Klage im Vergleich und wann kommt es zum rechtskräftigen Urteil? Musstest Ihr eine Schweigepflichtvereinbarung unterschreiben?

Peter:

Ein Vergleich zwischen den Parteien kann jederzeit geschlossen werden. Insbesondere dient der sogenannte Gütetermin zu Beginn des Verfahrens in der ersten Instanz explizit diesem Zweck. Kommt es zu keiner Einigung zwischen den Parteien, entscheidet das Gericht. Ergebnisse von Vergleichen unterliegen der Vertraulichkeit und dürfen nicht nach außen getragen werden.

Esther:

Ob ein Vergleich geschlossen wird, hängt natürlich von den Angeboten der beiden Seiten ab. Da in meinem Fall kein Vergleich zustande gekommen ist, gibt es für mich keine Schweigepflichtvereinbarung, die ich ohnehin auch nie unterschrieben hätte.

Kann man sich in einer Gruppe mit einem Anwalt zusammentun?

Peter:

Nein, das deutsche Arbeitsrecht ist Individualrecht, d.h. jeder Fall muss einzeln betrachtet und verhandelt werden. Eine Sammelklage, wie man das öfter im Fernsehen mitbekommt, gibt es im deutschen Arbeitsrecht nicht.

Glaubst Ihr, Eure Klagen haben möglicherweise Nachteile für nachfolgende PiA-Generationen?

Peter:

Ja, das kann man bereits seit längerem beobachten, vor allem seit dem bekannten Prozess vor dem Landesarbeitsgericht Hamm. Eine Klinik muss aber gar nicht selbst betroffen gewesen sein. Es reicht aus, dass die Klinik-Verwaltung das Risiko zukünftiger Klagen für hinreichend hoch hält – und schon wird das Kontingent an Stellen für die Praktische Tätigkeit heruntergefahren. Dasselbe Problem wird sich aufgrund der Einführung eines Mindestlohnes in Deutschland ab diesem Jahr weiter verschärfen, weil viele Klinikverwaltungen befürchten, dass den PiA ein Anspruch auf Mindestlohn zugesprochen werden könnte. Diese Sorge ist allerdings eher unberechtigt, da die Praktische Tätigkeit aus juristischer Sicht eher einem Pflichtpraktikum gleichkommt – und Pflichtpraktika sind nun einmal vom Mindestlohn explizit ausgeschlossen. Allerdings teilen viele PiA diese Auffassung natürlich nicht.(Anm. d. Redaktion: Ein entsprechende Stellungnahme zum Mindestlohn wurde vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales bis heute nicht direkt beantwortet)

Esther:

Ich finde es bezeichnend, dass wir – damit meine ich uns Psychologen und PiA – direkt wieder überängstlich anfangen, diese möglichen Nachteile heraufzubeschwören und als Rationalisierung für weitere Anpassung nutzen, auch, wenn es natürlich legitim ist, über diese Frage nachzudenken. Meiner Meinung nach scheitert auch Vieles von dem, worüber wir uns beklagen, an unserer eigenen – nun schon jahrelangen – Unterwerfung, aus der wir uns meiner Wahrnehmung nach aber allmählich emanzipieren, z.B. in Form von Demos und Petitionen, und letztendlich auch in Form der gerichtlichen Klage.

Um die Frage nach Nachteilen zu beantworten, muss man sich ja erstmal fragen, was denn überhaupt ein Nachteil sein könnte? Dass wir gar nicht mehr die Möglichkeit haben, zu arbeiten, auch nicht für einen Hungerlohn? Sind Psychologen dann plötzlich überflüssig geworden? Wohl kaum. Oder werden die Kliniken dann wirklich dazu übergehen, nur noch ausgebildete Psychotherapeuten einzustellen? Das wäre ja denkbar. Wenn das so wäre, dann finde ich das auch richtig so – zumindest nicht grundsätzlich falsch. Es kann nicht sein, dass PiA, so wie es aktuell der Fall ist, einfach an Stelle von erfahrenden Psychotherapeuten eingesetzt werden, um Kosten zu sparen. Hiervon profitiert nur eine Seite, nämlich die Klinik, nicht jedoch überforderte und erschöpfte PiA und schwerkranke Patienten (Anm. d. Red.: Das Berliner PiA-Forum hat kürzlich eine Umfrage durchgeführt, wie PiA sich in den Kliniken betreut fühlen). Wieso dürfen im ambulanten Bereich nur ausgebildete Therapeuten mit Patienten arbeiten, im stationären Bereich, in dem wie jeder weiß die Patienten in der Regel noch bedürftiger sind, aber auch PiA? Damit meine ich nicht, dass PiA in Kliniken nichts zu suchen haben, denn wir haben ja immerhin ein Diplom oder einen Master-Abschluss in Psychologie und kennen uns bereits sehr gut mit der klinischen Psychologie aus, vor allem natürlich aber in theoretischer Hinsicht.

Aber PiA sollten das sein, was sie sind: In der Regel junge Menschen, die frisch von der Uni kommen und erst einmal praktisch etwas lernen sollen und müssen und Anleitung benötigen. Was ich konkret damit meine: PiA machen auch mal Einzelgespräche und leiten auch mal eine Gruppe, sie schreiben auch Arztbriefe und machen Diagnostik, aber sie machen dies nicht überwiegend und eigenständig, sondern sie erhalten Gelegenheit, dies zu beobachten, selber zu erproben und darüber mit erfahrenen Menschen zu sprechen. Das standardmäßig, unkritisch verwandte Wort Supervision wird nicht nur als Floskel für angebliche Anleitung benutzt, sondern auch wirklich so gelebt. Es gibt Möglichkeiten des Ausprobierens, aber die Anleitung und Ausbildung überwiegt.

Und wenn sie dies nicht tut, dann ist das Arbeitsverhältnis auch als solches zu benennen und zu vergüten. PiA können nicht in jedem Fall ausgebildete Therapeuten ersetzen, das ist ganz einfach eine Überforderung. Wie soll ein solches System, das auf Überforderung von Therapeuten fußt, denn letztendlich zum Wohle des Patienten fungieren? Aber ich habe den Eindruck, genau darum, um das Wohl der Patienten, geht es bezeichnenderweise in vielen Kliniken schon lange nicht mehr. Wir sind ein Teil eines meiner Meinung nach mittlerweile an vielen Stellen inhumanen ‚Systems Psychiatrie‘, in dem wir auf unserem gehetzten und beschwerlichen Weg zur Approbation notgedrungen, aber nicht alternativlos mitspielen. Das geht eben nicht nur zu unseren eigenen Lasten, sondern auch zu Lasten der Patienten. Das können und sollten wir als Psychologen einfach auch nicht länger verleugnen. Dazu möchte ich die Präambel der ethischen Richtlinien der DGPs und des BDP zitieren: “Psychologen achten die Würde und Integrität des Individuums und setzen sich für die Erhaltung und den Schutz fundamentaler menschlicher Rechte ein. Psychologen sind dazu verpflichtet, in der praktischen Ausübung ihres Berufs zu jeder Zeit ein Höchstmaß an ethisch verantwortlichem Verhalten anzustreben. Sie sind dazu verpflichtet, die Rechte der ihnen beruflich anvertrauten Personen nicht nur zu respektieren, sondern, wann immer erforderlich, auch aktiv Maßnahmen zum Schutz dieser Rechte zu ergreifen. In ihrer beruflichen Tätigkeit […] sind sie wachsam gegenüber persönlichen, sozialen, institutionellen, wirtschaftlichen und politischen Einflüssen, die zu einem Missbrauch bzw. zu einer falschen Anwendung ihrer Kenntnisse und Fähigkeiten führen könnten“.

Anstatt uns also überängstlich nach Nachteilen zu fragen, sollten wir endlich damit aufhören uns unterzuordnen und damit anfangen unsere Rechte selbstbewusst einfordern. Wenn die Kliniken etwas ändern, ist das ein Erfolg, kein Nachteil. Veränderung bedeutet meiner Lebenserfahrung nach nicht, dass alles zusammenbricht. Gerade wir sollten doch am besten wissen, wie man mit katastrophisierenden Kognitionen umgeht. Es wird auch künftig Möglichkeiten geben, im Rahmen einer Ausbildung zum Psychotherapeuten praktische Erfahrungen zu sammeln, ohne dabei ausgebeutet zu werden! Auch junge Ärzte haben solche Möglichkeiten. Wir Psychologen und Psychotherapeuten werden nicht überflüssig werden. Solche Weltuntergangsszenarien im Sinne von ‚Wir kriegen gar keine Arbeit mehr‘ gelten meiner Meinung nach also nicht mehr und können als Abwehr von Angst, der Angst vor Konflikt und Unruhe, entlarvt werden. Meiner Einschätzung nach können sich eigentlich nur Vorteile für nachfolgende PiA-Generationen ergeben. Schlimmer geht’s in diesem Fall tatsächlich doch nicht mehr.

SZ-Recherche zu Ausbeutung und Arbeit

Liebe PiA,

die Süddeutsche Zeitung recherchiert gerade zum Thema Arbeit und Ausbeutung und uns für über zwei PiA zugetragen, dass die Redaktion auch interessiert an der Situation der Psychotherapeuten in Ausbildung ist. Sie sind auf der Suche nach nach PiAs als Gesprächspartnern für Kurzinterviews (auf Wunsch auch anynom). Es soll um PiAs gehen, die auch tatsächlich beruflich/ausbildungsmäßig in schwierigen Situationen sind. Meldet Euch bei Interesse direkt bei DieRecherche@sz.de oder kommentiert unseren Post auf Facebook, um Kontakt zu unseren fleißigen PiAs (z.B. martin.kramer@uni-tuebingen.de) herzustellen.

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/neues-recherche-thema-ausbeutung-statt-arbeit-1.2305381

Ausgenutzt und alleingelassen – Artikel in der ZEIT

ZEIT ONLINE berichtet anhand der Erfahrungen dreier PsychotherapeutInnen über die Zustände in unserer Ausbildung:

http://www.zeit.de/2014/46/psychotherapeuten-ausbildung-erfahrungsberichte-arbeitsbedingungen

Ergebnisse des Berliner Klinik-Rankings online!

Liebe Berliner und Brandenburger PiA,

auf www.piaforum.de/klinikvergleich findet Ihr die Ergebnisse der diesjährigens Klinik-Rankings. Es gibt klare Gewinner und auch klare Verlierer. Wir raten Euch dazu, die Kliniken/Einrichtungen auf deren Umfrage-Ergebnisse aufmerksam zu machen und damit zu versuchen Eure eigene Verhandlungsposition zu stärken. Informiert Euch gut, bevor ihr eine Stelle für die praktische Tätigkeit wählt.

Diskutiert die Ergebnisse hier: http://piaforum.de/2014/11/ergebnisse-des-berliner-klinik-rankings-online/

Wir möchten diese Ergebnisse in viele Kanäle bringen und brauchen dazu Eure Unterstützung. Wenn ihr mithelfen möchtet, meldet Euch per E-Mail an berlin@piaforum.de

Viele Grüße

Eurer Sprecher-Team des Berliner PiA-Forums: Hannah, Julia, Carolina, Mira & Manuel

BUNDESWEITER PIA-PROTEST am 4.11. um 18 Uhr!

Am Dienstag, den 4.11. wird es um 18 Uhr einen bundesweiten und verbändeübergreifenden PiA-Protest gemeinsam mit Psychologie-Studierenden geben, um auf die prekäre Lage der PiA aufmerksam zu machen. Alle Infos zum Event gibt es hier: https://www.facebook.com/events/648626158584315/

Liebe PiA-Engagierte,

hiermit wollen wir Euch auf den geplanten PiA-Protest am 4. November
2014 um 18:00 Uhr aufmerksam machen!
Wir hoffen wir auf rege Beteiligung in möglichst vielen Städten
Deutschlands.
Bereits zugesagt haben Bamberg (Gabelmann), Düsseldorf (Vor dem Haus der
Universität, Schadowplatz 14) und Trier (Am Kornmarkt).
Wir haben ein facebook-Event erstellt, auf dem wir weitere Städte und
genaue Ort bekannt geben werden:
https://www.facebook.com/events/648626158584315/ Ihr seid herzlichst
eingeladen, dort möglichst viele Leute hinzuzufügen.

Wenn ihr Fragen und/ oder Anregungen habt, wendet euch gern an Meret:
meret.seelbach@gmx.de
Kommt am 4. November und protestiert mit uns!

Organisiere auch etwas in Deiner Stadt und schicke Fotos davon an info@piapolitik.de

Mit Praktikanten gegen Depression

Die Süddeutsche Zeitung hat über unsere unhaltbare Situation berichtet: http://www.sueddeutsche.de/politik/psychotherapeuten-in-deutschland-mit-praktikanten-gegen-depression-1.2134915

Neues zum Klageverfahren – Urteil in Köln

Das Arbeitsgericht in Köln hat entschieden, dass ein PiA keinen Anspruch auf Entgeltzahlung für die praktische Tätigkeit habe (hier ein Link zur Pressemitteilung). Es könnte jedoch sein, dass dieses Urteil nicht rechtskräftig wird, sondern in die zweite
Instanz geht. Auch die Urteilsbegründung liegt noch nicht vor.

Hier gibt es weitere hilfreiche Informationen zu Klagemöglichkeiten des Berufsverbands VPP im BdP.

PSYCHOTHERAPEUTEN & PIA-DEMO BERLIN am 25.9.!!!

Liebe Berliner PiA,

hier gibt es aktuelle Infos zur Demo am nächsten Donnerstag in Berlin! Kommt zahlreich und leitet bitte die Information weiter.

Es wird einen Redebeitrag zur Situation der PiA geben. Packt Eure T-Shirts, Pfeiffen und Schilder aus und kommt mit!

Aktionstag Psychotherapie 25. September 2014

Liebe Teilnehmer des Aktionstages,

der Aktionstag rückt näher und mittlerweile können wir über 1100 Anmeldungen verzeichnen.

Ablauf:

  • 12.00 – 12.30 Uhr
    Treffen am Potsdamer Platz (Hauptplatz S-Bahnhof an der grünen Uhr) und Ausgabe der T-Shirts
  • 12.50 Uhr
    Auftakt & Begrüßung
  • 13.00 Uhr
    Start des Demonstrationszug
  • 16.00 Uhr
    Abschlusskundgebung vor dem BMG

Route

  • Leipziger Straße
  • Friedrichstraße
  • Dorotheestraße
  • Wilhelmstraße
  • Luisenstraße
  • Reinhardtstraße (GKV Spitzenverband)
  • Friedrichstraße (Abschlusskundgebung BMG)

Eigene Plakate, Slogans etc. sind erwünscht!

Der Demonstrationszug wird lautstark durch die Samba-Gruppe „Sapucaiu no Samba“ unterstützt

  • Vor dem BMG wird auch eine Protestnote übergeben, in der alle Forderungen noch einmal ausführlich und nachvollziehbar aufgeführt sind.

Natürlich werden die Handzettel und weitere Informationen auch auf die Aktionstag-Homepage eingestellt (www.aktionstag-psychotherapie.de).

 

Noch 6 Tage!

Einladung zum 6. PiA-Politik-Treffen

Liebe PiA,

das Organisations-Team des PiA-Politik-Treffen lädt herzlich zum nächsten Treffen am 22.09.2014 in Berlin ein!

Beim Treffen sollen Mindestanforderungen der PiA an die Ausbildungsreform formuliert werden. Darüber hinaus gibt es eine Podiumsdiskussion zum Thema „Wie beantwortet Ihr Modell unsere Forderungen?“ mit:

– Wolfgang Dube (ver.di),
– Peter Freytag (VPP im BDP),
– Barbara Lubisch (DPtV),
– Marc Wedjelek (BKJ)

Hier geht es zur Online-Anmeldung zum Treffen. (Spontan-Anmeldungen noch bis Sonntag, 21.9., 18 Uhr möglich!!!)

Hier gibt es die Einladung mit mehr Information zum Treffen und zur Reform.

Wir freuen uns über zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer!

 

STOPP: PiA nicht vergessen!

Bei einer kleinen Aktion im Rahmen des Aktionsmonats Juni stellte die Protestgruppe PiA für gerechte Bedingungen! in Berlin reformrelevante Grundforderungen vor. Dazu wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der 2. Fachtagung vor dem Eingang abgefangen und mit den PiA-Forderungen gebrieft. Diskutiere mit, was Du von den Forderungen hälst oder lade Sie dir als PDF herunter.

Leistungsgerechte Vergütung

Praktische Tätigkeit:Anna arbeitet in einer Klinik für Psychiatrie & Psychotherapie mit öffentlichem Versorgungsauftrag für wenig Geld und zu ausbeuterischen Bedingungen. Sie leistet dort 1200 der 1800 Stunden der “Praktischen Tätigkeit” ab, die gesetzlich durch das PsychThG vorgeschrieben sind. In der Klinik leitet sie Gruppentherapien und führt Einzelgespräche mit PatientInnen, also normale psychotherapeutische Arbeit.

Die Praktische Tätigkeit muss angemessen vergütet werden! Wir fordern tarifliche Bezahlung in Anlehnung an den Tarifvertrag für Assistenzärzte. PiA müssen als eigenständige Berufsgruppe im Stellen- und Budgetplan der Kliniken existieren. Die Tätigkeiten eines PiA sind auch mit Blick auf die abgeschlossene akademische Ausbildung leistungsgerecht zu bezahlen! Ein Studium muss sich lohnen! Wir sind gegen eine Bezahlung der Praktischen Tätigkeit auf Mindestlohnniveau. Psychotherapie, auch die werdender Psychotherapeuten, ist keine Niedriglohntätigkeit! Kurz gesagt: Wir wollen auch einen Kittel, aber uns die Farbe selbst aussuchen!

Ambulante Behandlungsstunden:Nach den 1800 Stunden der Praktischen Tätigkeit muss Anna 600 Stunden ambulante Therapie leisten. Diese macht sie in der Ambulanz ihres Ausbildungsinstituts. Hierfür erhält sie im Schnitt nur 40 der etwa 80 €, die die Krankenkasse dafür zahlt. Die andere Hälfte behält das Ausbildungsinstitut für „Verwaltungskosten sowie Raummiete“ ein.

Wir fordern die Bezahlung der Therapiestunden abzüglich der tatsächlichen Kosten für Verwaltung und Raummiete. Diese können bei einer durch Dutzende PiA ausgelasteten Institutsambulanz realistisch betrachtet nicht bei 40 € pro Behandlungsstunde liegen. Der Großteil der Ausbildungsinstitute verdient beträchtlich Geld mit der Therapie durch PiA, ohne dass diese eine entsprechende Gegenleistung dafür erhalten.

Praktische Tätigkeit neu denken

Status klären: PiA sind PsychologInnen oder PädagogInnen mit akademischem Abschluss auf Diplom- oder Master-Niveau. Max wird in seiner Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie jedoch als Praktikant behandelt, ohne Vergütung, ohne Arbeitnehmerrechte und ohne klare Zuständigkeiten und Zuständige auf seiner Station.

Wir fordern eine (eingeschränkte) Behandlungsberechtigung ab Tag 1 unserer Ausbildung, denn dies entspricht unserer Arbeitsrealität. Ob der dazu befähigende Abschluss Master, Staatsexamen oder Approbation heißt, ist dann sekundär. Was wir aber wichtig finden: Die Schaffung und Eingruppierung einer Berufsgruppe PiA inklusive aller Arbeitsrechte und –pflichten und die Schaffung klarer Zuständigkeiten auf Station! Die Praktische Tätigkeit muss hierfür mit der theoretischen Ausbildung verzahnt sein. Plätze für die Praktische Tätigkeit müssen während der Ausbildung innerhalb von drei Monaten garantiert sein! Wir wollen die Einrichtungen frei wählen und uns nicht auf bestimmte sozialrechtliche oder stationäre Formen beschränken. Wir fordern sowohl von Kliniken als auch von Ausbildungsinstituten ein nachvollziehbares – der Arbeitsrealität entsprechendes – Konzept der Ausbildung und nicht der Ausbeutung.

Supervision gewährleisten:Gerade zu Beginn ihrer Ausbildung steht Anna mit der Verantwortung für ihre Station mit 30 Patientinnen und Patienten alleine da. In ihrer Klinik mangelt es an Zeit und Willen für ausreichende Supervision. Einheitliche Regelungen gibt es dazu nicht. Oft schieben die Ausbildungsinstitute die Verantwortung den Kliniken zu und umgekehrt. Anna hilft das wenig.

Wir fordern, dass sich die Supervision über die gesamte Ausbildung im Verhältnis 1:4 (d.h. 1 Supervisionsstunde auf 4 Einzel- bzw. Gruppentherapiestunden) erstreckt und ohne versteckte Zusatzkosten gewährleistet wird – denn sie ist Teil unserer Arbeit. Die Supervision kann nur durch approbierte PsychotherapeutInnen erfolgen, denn von ihnen wollen wir lernen. In Kliniken und Kooperationseinrichtungen für die Praktische Tätigkeit müssen dazu approbierte Kolleginnen und Kollegen in ausreichender Zahl tätig sein, um den Ausbildungscharakter zu gewährleisten.

Ausbildung in die öffentliche Hand

Max fragt sich manchmal, warum er überhaupt für seine Ausbildung 30.000 € privat zahlen muss und kaum verdient und seine Kollegin Sabine als Assistenzärztin vom Anfang an 3.800 € monatlich verdient. Dabei sind doch beide während ihrer Ausbildung im öffentlichen Gesundheitswesen tätig.

Die Qualifizierung im Beruf des Psychotherapeuten bzw. der Psychotherapeutin ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, deren Kosten auch gesamtgesellschaftlich zu tragen sind. Dazu gehören Kosten für die Vermittlung von theoretischen Inhalten, für die Supervision und die Vergütung der praktischen Tätigkeit. Wir fordern unsere approbierten KollegInnen in Kliniken auf, nicht zu ruhen, bis alle Ihre PiA eine adäquate Vergütung bekommen. Die Ausbildungsinstitute fordern wir auf, ihre Rechnungen an die Gesellschaft und nicht an uns zu schicken! Lassen Sie uns die Selbstausbeutung innerhalb des Berufsstands beenden!

 

Klinikvergleich: Umfrage zur praktischen Tätigkeit in Berlin

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Berliner PiA,

das Berliner PiA-Forum bittet, an einer Umfrage zur praktischen Tätigkeit teilzunehmen. Die Umfrage nimmt ca. 3 Minuten Zeit in Anspruch. Dabei ist es egal, ob Du bereits deine praktische Tätigkeit abgeschlossen hast oder gerade noch mittendrin bist. Daraus soll ein Berliner Klinik-Ranking gebastelt werden. Bis zum 06.08.2014 kann man an der Umfrage teilnehmen. Wenn Du in mehreren Einrichtungen oder Kliniken warst, kannst Du die Umfrage mehrmals durchführen. Du kannst auch Kliniken bzw. Einrichtungen aus Brandenburg oder anderen Bundesländern angeben.

Hier zur Umfrage: http://piaforum.de/klinikvergleich

BERLIN beim Aktionsmonat dabei!

Am 25.6. ab 09:30 Uhr bis ca. 11 Uhr, vor dem Auditorium des Jacob- und Wilhelm-Grimme-Zentrums, Geschwister-Scholl-Str. 1/3, 10117 Berlin. Wir machen bei einer Reform-Veranstaltung unseren eigenen Berufsstand nochmal mit Flyern auf die PiA-relevanten Themen aufmerksam, die eine Reform für uns lösen muss.

UPDATE: Hier die Fotos zur Aktion:

Aktions-Vorbereitungstreffen in Berlin am 17.6. 20 Uhr

Liebe Berliner PiA,

in einer kleinen feinen Aktion wollen wir unseren eigenen Berufsstand nochmal auf die Themen aufmerksam machen, die für uns als PiA, v.a. in Berlin, relevant und wichtig sind.

Dazu treffen wir am Dienstag, 17.06.2014, um 20 Uhr, im Café k-fetisch in Neukölln (U Rathaus Neukölln) zum Vorbereitungstreffen. Hier zum Facebook-Event

Die geplante Aktion soll am 25.6. am Vormittag stattfinden.

Themen des Vorbereitungstreffen:

  • Besprechung der Inhalte und Forderungen
  • Wer macht was? Aufgabenverteilung und Aktionsplanung

Wir freuen uns auf Euch!

Was Praktikanten verdienen…

Ein Projekt von jetzt.sueddeutsche.de erhebt aktuelle zu Praktikantenverhältnissen inkl. Verdienst und Tätigkeiten.

Postet dort, was ihr verdient und was ihr tut! (Die Informationen bleiben anonym.) – waspraktikantenverdienen.tumblr.com

Wie werden Praktikanten bezahlt? Was müssen sie dafür tun? Lernen sie dafür etwas während des Praktikums? Oder werden sie nur als billige Arbeitskräfte ausgebeutet? Wo macht man gute Praktika? Wo schlechte? Hier sammelt jetzt.de ANONYM Erfahrungen.

Wir sind keine Praktikanten!

Nachdem das letzte PiA-Politik-Treffen nach kontroverser Diskussion beschlossen hat, eine Stellungnahme zum Mindestlohngesetzentwurf zu verfassen, gab es jetzt eine indirekte Reaktion des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Auf die Frage der Abgeordneten Brigitte Pothmer (Grüne): „[…] beabsichtigt die Bundesregierung, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Ausbildung vom geplanten gesetzlichen Mindestlohn auszunehmen?“ antworte das Ministerium wie folgt:

„Nach dem Entwurf der Bundesregierung gilt das Mindestlohngesetz für Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmer. Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Ausbildung haben daher ab dem 1. Januar 2015 einen Anspruch auf eine Vergütung nach dem Mindestlohngesetz, wenn sie in einem Arbeitsverhältnis beschäftigt werden. Darüber hinaus sieht der Gesetzentwurf vor, dass Praktikantinnen und Praktikanten im Sinne des § 26 Berufsbildungsgesetz als Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Sinne des Mindestlohngesetzes gelten und damit einen Anspruch auf den Mindestlohn haben. Nach § 7 Psychotherapeutengesetz findet allerdings das Berufsbildungsgesetz auf die psychotherapeutische Ausbildung keine Anwendung. lm Übrigen stellt die Gesetzesbegründung klar, dass sog. Berufspraktika nicht vom Mindestlohn erfasst werden.“

Was genau heißt das für uns PiA? Wenn wir einen Arbeitsvertrag haben, dann bekommen wir Geld? Das wussten wir auch schon vorher!

Der Spiegel und andere Medien berichten heute von Frau Nahles, die keine Ausnahmen beim Mindestlohn möchte:

„Ich werde das Modell der ‚Generation Praktikum‘ beenden“, kündigte die Ministerin in der Zeitung an. Wer eine Ausbildung oder ein Studium absolviert hat, werde „nicht mehr monatelang für lau ausgenutzt werden“. (zum Spiegel-Artikel)

Damit stehen sich jetzt eine schwammige und uneindeutige Aussage des Ministerium und eine sehr deutliche Aussage der Ministerin gegenüber.

Liebe Frau Nahles, bekommen wir denn nun mindestens Mindestlohn als Psychotherapeuten in Ausbildung (obwohl uns als Psychologen/Pädagogen eigentlich ein viel höheres Tarifgehalt zu stünde) oder nicht?

Worum es aber vor allem geht: Wir sind keine Praktikanten! Auch wenn viele von uns unter Praktikantenverträgen in Krankenhäusern tätig sind, ist unsere Tätigkeit vergleichbar mit der „praktischen Tätigkeit“ der Ärzte in Weiterbildung (Assistenzärzte). Als Psychologen übernehmen wir in den Kliniken oft testpsychologische Diagnostik, neben therapeutischen Tätigkeiten unter Supervision. Gerade wird im Bundestag und in den Ausschüssen zum Thema Mindestlohn diskutiert! Lasst uns jetzt der Politik zeigen, dass wir Arbeitnehmer sind und mindestens Mindestlohn verdienen!

PiA machen Theater! Aktionsmonat im Juni!

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Liebe Kolleginnen und Kollegen,

der Aktionsmonat Juni und ein heißer Sommer mit vielen Veranstaltungen, Aktionen und Diskussionen rund um die Ausbildungsreform startet! Wenn Du in Deiner Stadt auch eine Aktion organisieren möchtest, schreibe an Ariadne vom bvvp und an info@piapolitik.de – Aktionsideen findet ihr hier: http://piapolitik.de/aktion-2014/

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Vergangene Aktionen im Juni:

  • BERLIN: Mittwoch, 25. Juni 2014 vor dem Auditorium des Grimme-Zentrums (HU-UB): STOPP: PiA nicht vergessen!

Bei einer kleinen Aktion im Rahmen des Aktionsmonats Juni stellte die Protestgruppe PiA für gerechte Bedingungen! in Berlin reformrelevante Grundforderungen vor. Dazu wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der 2. Fachtagung vor dem Eingang abgefangen und mit den PiA-Forderungen gebrieft. Diskutiere mit, was Du von den Forderungen hälst oder lade Sie dir als PDF herunter.

  • MÜNSTER: Mittwoch, 4. Juni 2014, 19 Uhr in der Stubengasse: „PiA machen Theater“

Mit einem pantomimischen Straßentheater machen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Ausbildung (PiA) überall in Deutschland auf ihre prekäre Situation aufmerksam – auch in Westfalen-Lippe.

Die PiA erbringen in den Kliniken vollwertige Leistungen in der Patientenversorgung – verantwortlich und überwiegend selbstständig. Für eine Vollzeitstelle gibt es vielerorts keine Vergütung oder höchstens eine Art Praktikantenentschädigung.

In der Protestaktion zeigt sich erneut die Kampfbereitschaft der angehenden PP und KJP. Vertreten sind neben Dr. Anne-Christin Kunstleben und Sandra Kunz vom DPtV Vorstand der Landesgruppe WL die gewählten PiA-Vertreter der hiesigen Ausbildungsgänge. Sie fordern angemessene Bezahlung der praktischen Tätigkeit und Masterniveau als Zugangsvoraussetzung zur Ausbildung.

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  • HAMBURG: Mittwoch, 4. Juni um 18:30 Treffen bei Starbucks/Rathausmarkt – 19 Uhr Flashmob II Rathausmarkt

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  • TRIER: Mittwoch, 4. Juni von 18 bis 19 Uhr: Motto „Ihr sitzt auf der Couch, wir auf der Straße!“ von 18 bis 19 Uhr  – Wann? 18 bis 19 Uhr Wo? KornmarktWie könnt ihr uns helfen? – Alle kommen und sich um unsere Couch, die wir aufstellen werden, auf den Boden setzen. Was ihr mitbringen könnt: Alles was zum Thema passt (Banner, Plakate etc.).
    Mehr Info: https://www.facebook.com/events/398678236942065

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  • MARBURG: Mittwoch, 4. Juni Motto „Sie sitzen auf der Couch – wir auf der Straße“. Ab ca. 18:45 (um 19:00 Uhr beginnt die Aktion) zum Marktplatz zu kommen und mitdemonstrieren! Das Mitbringen von Transparenten etc. ist erwünscht!Liebe PiAs, am 04.06. sollen wieder deutschlandweit PiA-Protest-Aktionen stattfinden. Wir von der Fachschaft Psychologie wollen diesmal unter dem Motto „Sie sitzen auf der Couch – wir auf der Straße“ auch in Marburg eine Aktion veranstalten. Um dem Ganzen Substanz zu verleihen brauchen wir natürlich Eure Unterstützung. Daher möchten wir Euch einladen am 04.06. um ca. 18:45 (um 19:00 Uhr beginnt die Aktion) zum Marktplatz zu kommen und mitzudemonstrieren. Die Demo bleibt stationär. Im Wesentlichen wollen wir eine Brief-Aktion machen, bei der Briefe an den Bundestagsabgeordneten unseres Wahlkreises geschrieben werden (siehe Anhang). Und es sollen Info-Flyer an Passanten verteilt werden. Das Mitbringen von Transparenten etc. ist erwünscht! Liebe Grüße, Eure Fachschaft Psychologie
  • WÜRZBURG, PiA wollen auch ein Stück vom Kuchen 

Aktionsbericht vom 01.06.2014

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Tarifverhandlungen für PiA in Baden-Württemberg erfolgreich

Video

Mehr Info auf den ver.di-Seiten und als Video beim SWR

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di Landesbezirk Baden-Württemberg) informiert:

Stuttgart, 6. Mai 2014 – Verhandlungsergebnis für Uniklinika erreicht

Nachdem die Arbeitgeber am vergangenen Freitag auf die von ver.di geplante Urabstimmung mit einem deutlich verbesserten Angebot reagiert hatten, gelang heute Nachmittag in Stuttgart der Durchbruch im Tarifkonflikt an den vier Uniklinika in Tübingen, Freiburg, Ulm und Heidelberg. Sollte die ver.di Tarifkommission am Abend in Stuttgart dem Verhandlungsergebnis zustimmen, sind Urabstimmung und unbefristete Streiks vom Tisch. Die Verhandlungskommission von ver.di hat dem Ergebnis einstimmig zugestimmt und empfiehlt der Tarifkommission die Annahme. Inhalt des vereinbarten Tarifpakets sind die Orientierung am Tarifabschluss im öffentlichen Dienst sowie die Tarifierung weiterer Kernforderungen von ver.di.

Günter Busch, ver.di Verhandlungsführer: „Am Schluss hat die Vernunft gesiegt. Das Volumen stimmt, die zentralen ver.di Forderungen sind erfüllt. Dafür waren wir bereit zu akzeptieren, dass nicht alle Regelungen sofort greifen.“

Vereinbart wurden heute Entgelterhöhung von drei Prozent, mindestens aber 90 Euro im Monat, ab dem 1. Mai 2014, eine zweite Erhöhung um 2,4 Prozent gibt es ab dem 1. April 2015 bei einer Gesamtlaufzeit von 25 Monaten.
Desweiteren wird der Fortbildungstag für alle ver.di Mitglieder in einen freien Tag umgewandelt.
Alle Beschäftigten erhalten ab 2015 30 Tage Urlaub, Auszubildende erhalten dann 28 Tage Urlaub (einen Tag mehr), außerdem wurde eine Übernahmeregelung vereinbart wie im öffentlichen Dienst sowie Steigerungen der Ausbildungsvergütung um 30 und 20 Euro in zwei Stufen jeweils zum 1. Mai 2014 und 1. April 2015.
Es wurde eine Prozessvereinbarung verabschiedet, mit dem Ziel, die Praxisanleitung der Auszubildenden auf den Stationen umzusetzen.

Mit der Tarifierung der Psychotherapeuten in Ausbildung ist es ver.di gelungen, einen großen Missstand endlich zu beseitigen. Sie erhalten nun als fertig examinierte Beschäftigte ein Gehalt von über 1.000 Euro und müssen nicht mehr ein ganzes Jahr umsonst arbeiten. 
Die Auszubildenden in der Physiotherapie, die bisher statt eine Vergütung zu erhalten für ihre Ausbildung bezahlen mussten, werden auch deutlich besser gestellt: Physiotherapie-Azubis müssen kein Schulgeld mehr bezahlen: Mit den Arbeitgebern zusammen werden Gespräche aufgenommen, um Regelungen zu erreichen, die ein Ausbildungsentgelt für sie möglich machen. Vereinbart wurde außerdem, dass Physiotherapie-Auszubildende, die jetzt im dritten Lehrjahr sind, eine Einmalzahlung von 2.000 Euro erhalten. Für die anderen wird die Frage der Vergütung in der nächsten Tarifrunde wieder aufgenommen.

Am Abend berät die ver.di Tarifkommission in Stuttgart über das Tarifergebnis. Bei einer Zustimmung entfällt die ab morgen geplante Urabstimmung. ver.di wird in den nächsten Wochen eine aufsuchende Mitgliederbefragung über das Ergebnis durchführen. Deshalb wurde eine Erklärungsfrist von zwei Wochen vereinbart.

ver.di hat seit dem Austritt der Arbeitgeber aus der Tarifgemeinschaft der Länder vor zehn Jahren eine gute Bezahlung für die rund 25.000 Beschäftigten erreicht. Auch in dieser Runde hatten die Arbeitgeber wieder versucht, das Tarifniveau abzusenken. Das konnte verhindert werden.

Günter Busch: „Es war die Kampfbereitschaft unserer Mitglieder bei den Unikliniken, die ein neues Angebot der Arbeitgeber möglich gemacht hat. Der Warnstreik und die Vorbereitung von Urabstimmung und Erzwingungsstreik haben sich gelohnt.“

Die Tarifverträge an den vier Unikliniken in Baden-Württemberg gelten für rund 25.000 Beschäftigte. Die Ärzte fallen als Landesbeschäftigte unter die Tarifbestimmungen des Landes.

PiA-Politik-Treffen bezieht Stellung zur Mindestlohn-Debatte

TeilnehmerInnen des 5. PiA-Politik-Treffens haben eine Stellungnahme zum Gesetzentwurf des „Tarifautonomiestärkungsgesetzes“ (Mindestlohngesetz) als offenen Brief an das Bundesministerium für Arbeit und Soziales veröffentlicht. Hier geht’s zur Stellungnahme.

Damit reiht sich das PiA-Politik-Treffen in die kontrovers geführten Diskussionen zum Thema Mindestlohn für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Ausbildung im Rahmen der praktischen Tätigkeit ein. Während die Verbände VPP/BdP, DGVT und DGVT-AusbildungsAkademie sich für die Aufnahme der PiA in eine Mindestlohngesetzgebung aussprechen kritisiert die Deutsche PsychoterapeutenVereinigung (DPtV), dass in in den „Pressemeldungen nicht die Notwendigkeit einer Ausbildungsreform erwähnt [wird], obwohl dies Konsens“ sei. Laut DPtV stimme es „dass PiA keine richtigen Praktikanten sind, und für die Kliniken wirtschaftlich verwertbare Leistungen erbringen“, der Verband sieht jedoch die Diskussion zu tarifrechtlichen Strukturen mit ver.di durch die Mindestlohndebatte konterkariert: „Beide Statements vermitteln den Eindruck, Psychotherapeuten in Ausbildung zukünftig im Niedriglohnsektor ansiedeln zu wollen.“ Das eigentliche Problem der nicht leistungsgerechten Vergütung eines akademischen Berufes sei nicht erwähnt worden.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des PiA-Politik-Treffen haben sich nun nach einer internen Debatte positioniert und sprechen sich gegen die Ausklammerung von Auszubildenden mit bereits abgeschlossenem Studium aus dem Mindestlohn aus, „da dies zu einer Degradierung der praktischen Tätigkeit im Sinne des Psychotherapeutengesetzes (PsychThG) hin zu einem Praktikum führen würde.“  

Neben einer umfassenden Reform des Psychotherapeutengesetzes (PsychThG) und angemessener tariflicher Entlohnung fordern die TeilnehmerInnen PiA-Politik-Treffens den Einbezug von PiA im aktuellen Gesetzentwurf in den Kreis der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Was das Bundesministerium für Arbeit und Soziales dazu antwortet, bleibt abzuwarten.

Unterstütze Psychotherapeuten & Physiotherapeuten in Ausbildung in Ba-Wü

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

aktuell finden die Tarifverhandlungen für die Uniklinika Baden Würtemberg statt. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit der Jugendtarifkommission konnten wir, als PsychotherapeutInnen in Ausbildung, unsere Forderung nach Aufnahme in den Praktikantentarifvertrag der Unikliniken anbringen. Zudem unterstützen wir solidarisch die Forderungen der Physiotherapeuten in Ausbildung, die unter ähnlich prekären Verhältnissen ausgebildet werden (Details siehe Petition).

Wir bitten Euch eine Online-Petition zu zeichnen und verbreiten, die noch mal zusätzlich unsere Forderungen untermauert!

Herzliche Grüße aus Baden-Württemberg

Link zur Petition: https://www.openpetition.de/petition/online/entgelt-statt-schulgeld-fuer-physio-und-psychotherapeuten-in-ausbeutung

Beitrag in SternTV: PiA & Praktikantin klagen

Video

SternTV berichtet über eine klagende Praktikantin und unseren PiA-Kollgen Dr. Peter Freytag.

[…] Düster sieht es hingegen besonders im Gesundheitswesen, in der öffentlichen Verwaltung sowie im Bildungssektor aus. Dort gingen und gehen wohl noch immer rund 80 Prozent der Praktikanten leer aus. Diese Erfahrung hat auch Dr. Peter Freytag gemacht, der unentgeltlich in einer Klinik arbeitete. Der Diplom-Psychologe hatte bereits viele Jahre in seinem Beruf gearbeitet, als er sich 2010 entschloss, eine zusätzliche Ausbildung zum Psychotherapeuten zu machen. […]