Wiesbadener Demo ein voller Erfolg

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Aus ganz Hessen trafen sich über 250 Demonstranten um 14.00Uhr am Hauptbahnhof in Wiesbaden. Mit Bannern, Trillerpfeifen, Trommeln und Freud-Masken bestückt, zogen wir über die Hauptverkehrsader in Wiesbaden. Schlachtrufe wie „Keine Therapie für lau“ und „Null Euro Lohn – trotz Diplom“ schallten durch die Megaphone und zogen interessierte Passanten an. Von der Polizei tatkräftig unterstützt erreichten wir den Gutenbergplatz, Sitz der Landespsychotherapeutenkammer. Winkend und trommelnd wurden wir dort von Präsident Krieger vom Balkon aus begrüßt, der sich dann solidarisch zu uns Demonstranten gesellte. Über die Klopstockstraße zogen wir lautstark weiter. Am Sozialministerium angelangt lukte schon der ein oder andere Angestellte neugierig aus dem Fenster. Die Lautstärke erreichte ihren Höhepunkt, woraufhin Herr Osmers – Leiter der Abteilung Gesundheit im hessischen Sozialministerium – aus seinem Büro zu uns kam. Er lud zwei der Demo-Organisatoren und die PiA-Landessprecher Jona Iffland und Stuart Massey Skatulla zum Gespräch mit ihm ein. Dort zeigte er persönliches Verständnis für die Situation der PiA. In einer längeren Diskussion bekundete er sein Interesse daran, dass sich das PsychThG bald verändert und schlug einen zukünftigen Gesprächstermin vor. Er ermutigte uns, die Brisanz der öffentlichen Debatten um psychische Störungen wie Depression und Burnout zu nutzen, um auf die Überlastung der PiA aufmerksam zu machen. Die lauten Pfiffe und Rufe der Demonstranten schallten durch die dicken Wände des Sozialministeriums und begleiteten das Gespräch.
Währenddessen richteten sich Jens Ahäuser von verdi, Ariadne Sartorius von dem vhvp und Alfred Krieger vor der roten Therapie-Couch solidarisch an die Demonstranten. Gleichzeitig konnten sich die ausgehungerten PiA bei der Suppenküche stären und aufwärmen. Später berichteten einige PiA über ihre persönliche Situation. Im PiA-Quiz traten zwei PiA gegen Freud an und sahen den nackten Zahlen der PiA-Wirklichkeit ins Gesicht. Mit seiner Mindestgehaltvorstellung für PiA lag Freud leider gnadenlos daneben. Er hätte sich wohl für seine entfernten Ur-Enkel mehr gewünscht. Vielleicht hätte er auch eine Postkarte an den Bundesgesundheitsminister geschrieben, sowie viele Demonstranten heute in Hessen. Wie in allen anderen Demo-Städten entstand auch ein Bild der letzten Hemden, die PiA für ihre Ausbildung hergeben. Um auch im Dunkeln auf uns aufmerskam zu machen endete die Demo mit einer Lichteraktion – solidarisch mit den Berliner Demonstranten.

Fazit: die hessischen PiA haben gezeigt, dass es trotz bereits vorhandener guter Ansätze dringend weiteren Handlungsbedarf gibt und sie sich weiter aktiv engagieren werden!

Presse:

heute: Frankfurter Rundschau
morgen: Rüsselsheimer Echo

Insgesamt hat die Demo in Wiesbaden die Erwartungen aller übertroffen!
Wir sind gespannt auf die Berichte aus weiteren Städten.
Solidarische Grüße!