„DIREKTAUSBILDUNG PSYCHOTHERAPIE. Ein Weg mit fatalen Konsequenzen“

Steffen Fliegel
Mitglied der Forschungsgruppe „Ausbildung in Psychologischer Psychotherapie und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie“

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) arbeitet mit Vehemenz an einem grundlegenden Studiengang Psychotherapie, einer sogenannten „Direktausbildung“, und will damit das nach langen Auseinandersetzungen erst vor gut zehn Jahren geschaffene und bewährte Ausbildungsmodell opfern, obwohl sich seit Inkrafttreten des Psychotherapeutengesetzes (PsychThG) eine gute psychotherapeutische Versorgung etablieren konnte. Zu dieser Qualität trägt nach Meinung des Forschungsgutachtens „Ausbildung in Psychologischer Psychotherapie und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie“ (Federführung: Prof. Dr. Bernhard Strauß) insbesondere auch die derzeitige Ausbildungsstruktur bei.
Nach der vom BMG geplanten Ausbildungsreform soll es zukünftig offenbar einen Approbationsstudiengang Psychotherapie geben, der direkt nach dem Abitur beginnen und fünf Jahre dauern soll. Hauptargument des BMG ist eine vermeintliche „ordnungspolitische Angleichung“ der Heilberufe: Auch in der Psychotherapie solle so ausgebildet werden wie in anderen heilkundlichen Tätigkeitsfeldern, in der Medizin, in der Zahnmedizin und in der Pharmazie.

Um heute die psychotherapeutische Approbation zu erwerben und danach heilkundlich im Bereich Psychotherapie tätig sein zu dürfen, erfolgt nach Absolvierung der grundlegenden Studiengänge Bachelor und Master (oder Diplom) in Psychologie/Pädagogik eine postgraduale staatlich kontrollierte Psychotherapieausbildung. (…)

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