Gerichtsurteil: PiA erstreitet sich vor dem Arbeitsgericht 33.460,20 €

Am Arbeitsgericht Hamburg (Aktenzeichen: 21 Ca 43/12) wurde am 16.10.2012 entschieden:

„Eine Diplom-Psychologin, die ihre Leistungen während der praktischen Ausbildung zur psychologischen Psychotherapeutin überwiegend eigenständig erbringt, ist nicht Praktikantin, sondern Arbeitnehmerin.“

Tenor

  • Die Beklagte wird verurteilt, an die Klägerin € 33.460,20 brutto nebst Zinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz auf jeweils € 1.858.90 brutto seit dem … zu zahlen.
  • Die Kosten des Rechtsstreits trägt die Beklagte.
  • Der Streitwert beträgt € 33.460

„…45 Die Vorstellung des lebenslangen Lernens basiert geradezu auf der Annahme, dass Arbeit mit Lernen verbunden sein kann. Im Fall der Klägerin ist es umso nahe liegender, von einer Ergänzung und Erweiterung ihrer beruflichen Fähigkeiten auszugehen, nicht aber von einem ersten Kennenlernen einer beruflichen Tätigkeit überhaupt. Denn die Klägerin ist seit dem 8. Januar 2003 diplomierte Psychologin und war bereits jahrelang in ihrem Beruf tätig.“

Weiter zum Artikel der Rechtsanwaltsknazlei Hensche

UPDATE: Vollständiges Urteil hier als PDF herunterladen

Bericht von der Hamburger Demo

…“sicherlich freut Ihr Euch zu hören, dass sich auch die PiA in Hamburg heute an der bundesweiten Protestwoche beteiligt haben und zahlreich, mit annähernd 200 lautstarken und fröhlichen Teilnehmern, vor dem Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf Krach gemacht haben! Dies war meines Wissens eine der größten PiA-Protestaktionen der letzten fünf Jahre, die unsere aktiven Bemühungen für eine angemessene Bezahlung für PiA mittlerweile in Hamburg nun schon andauern. Vielen Dank für den neuen Schwung und die Protest-Energie aus der Hauptstadt!!

Solidarische Grüße aus der Hansestadt Hamburg!“

Quelle: www.piaportal.de

Klinikchefs erzeugen enormen Druck auf PiA

Liebe PiA und StreikunterstützerInnen,

es kann sein, dass einige Klinikchefs in dieser Situation, kurz vor dem Streik, enormen Druck erzeugen, z.B. PiA zu Einzelgesprächen einladen und ihre machtvolle Position ausnutzen, um mit Kündigung zu drohen bzw., um den Streik auf diese Art zu verhindern. Das ist keine Form der Gesprächsbereitschaft, und dies macht nur deutlich, wie richtig unser Euer Anliegen ist. Dieser Umgang von Seiten der Klinik ist als fragwürdig, undemokratisch und v.a. Angsterzeugend zu verurteilen, ggf. also auch zu veröffentlichen. In HH gab es das leider ebenfalls des Öfteren. Hier wurde, ähnl. wie in Berlin, massivster Druck auf die PiA ausgeübt. Darum geht es: Bislang kaum Rechte für PiA, Grauzonen, undemokratische Verhältnisse, unadäquate Verträge fehlende Tarife, d.h. endlich die Ausbeutung an dieser Stelle gemeinsam zu beenden, Verbesserungen auf den Weg zu bringen.

Wenn es arg(er) kommt, sollte ein guter Anwalt, z.B. von ver.di, für Arbeitsrecht eingeschaltet werden. Alle Beteiligten sollten in dieser Sache unbedingt weiter zusammenstehen, und unter Druck in dieser Situation Einzelgespräche! mit der Klinikleitung eher nicht zulassen, Ausnahme: Kooperation der Klinik mit Protestbewegung. Auch in einer Gruppensituation Bündnispartner innen, gern auch aus der Klinik, mit in das Gespräch nehmen, Termin vertagen. Ganz wichtig, ggf. Vertrauenspersonen in der Klinik von ver.di einbeziehen. Gibt es Psychologen Ärzte, die sich mit Euch namentlich verbünden, wer kann es bei Euch vor Ort sein? Gespräche mit Klinikchefs sind im Grunde ja positiv, doch wichtig!, nicht in dieser Form des Umgangs mit Macht. D.h. auch Verbände und Gewerkschaft können sich mit Einzelpersonen namentlich hinter die PiA stellen: Fax, E-Mails an die Kliniken, Pressemitteilungen usw.

Im Grunde macht dieser Versuch der Klinik(en) nur deutlich, wie bitterernst! die oft verharmloste Situation für die PiA, insgesamt für den Nachwuchs einer PT-Profession, ist.

Ihr erlebt leider die dunklen Seiten des Streikes der Macht. Also: Gerade jetzt ist dem Druck der Klinikchefs möglichst nicht! nachzugeben, in der Gruppe bleiben! Im Zweifelsfall sollten solche Repressalien an die Öffentlichkeit gebracht werden. Den Druck aushalten, zusammen bleiben, „warm anziehen“ und unbedingt bei den berechtigten Forderungen bleiben!
Die Hamburger PiA werden sich in großen Teilen am 8.12. gegen Mittag vor dem UKE treffen und ebenfalls ihr letztes Hemd dafür geben.

Solidarische Grüße, Kerstin (PiA-Netz-Hamburg)

Quelle: PiA-Talk auf www.piaportal.de

Hamburg, 8.12.: PiA-Mittags-Streik vor dem UKE

PiA-Netz-Hamburg
Arbeiten mit Diplom – ohne Lohn!???
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Neueste Infos zum PiA-Mittags-Streik nächsten Donnerstag den 8.12:

Treffpunkt um 12 Uhr:
Bushaltestelle vor dem neuen Klinikum des UKE, Martinistraße 52, Bushaltestelle der Linie 20 und 25: UKH Eppendorf (Haupteingang, Neues Klinikum),

Mitbringen: Möglichst viele viele Kollegen, Freunde, Kommilitonen, Mitbewohner, Dozenten…… außerdem vielleicht ein altes Hemd (Aktion wir geben unser letztes Hemd ) und was zum Krach machen (Tröten, Trillerpfeifen etc.)

Bitte leitet die Info über die Mailingliste eures Kurses oder Ausbildungsinstituts weiter, damit möglichst viele PiA noch kurzfristig über die Aktion informiert werden!
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Damit PiA nicht mehr länger für Psychotherapeut in Ausbeutung stehen muss!

Solidaritätsbekundung aus Hamburg

„An die streikenden Berliner PiA und die sich anschließenden streikenden PiA bundesweit!

Wir Hamburger PiA, das PiA-Netz-Hamburg und die Hamburger PiA-ver.di Gruppe stehen hinter euch!

Eure Forderung nach einer leistungsgerechten und tariflich geregelten Vergütung der mindestens einjährigen Praktischen Tätigkeit in psychiatrischen und psychosomatischen Einrichtungen ist auch unsere Forderung!
Der Weg bis zur Arbeitsniederlegung war sicherlich mit viel Arbeit und Mut verbunden und hat in einer anstrengenden Zeit viel Kraft gekostet. Aber wir sehen ihn als ein wichtiges Signal! Euer Engagement, eure Einsatzbereitschaft und Entschlossenheit machen uns Hamburger PiA Mut und zeigen uns, dass es möglich ist: Wir können uns geschlossen für unsere Interessen einsetzen und das PiA „Streik-Tabu“ brechen!
Auch an den Hamburger Kliniken werden die Forderungen der Berliner Streikwoche nicht leise vorbeiziehen- wir tragen sie in unsere Stationen, zu unseren Chefärzt_innen, zu Klinikvorständen!
Wir schicken Euch unsere solidarischen Grüße aus Hamburg.“

Quelle: https://www.facebook.com/pia.im.streik