STOPP: PiA nicht vergessen!

Bei einer kleinen Aktion im Rahmen des Aktionsmonats Juni stellte die Protestgruppe PiA für gerechte Bedingungen! in Berlin reformrelevante Grundforderungen vor. Dazu wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der 2. Fachtagung vor dem Eingang abgefangen und mit den PiA-Forderungen gebrieft. Diskutiere mit, was Du von den Forderungen hälst oder lade Sie dir als PDF herunter.

Leistungsgerechte Vergütung

Praktische Tätigkeit:Anna arbeitet in einer Klinik für Psychiatrie & Psychotherapie mit öffentlichem Versorgungsauftrag für wenig Geld und zu ausbeuterischen Bedingungen. Sie leistet dort 1200 der 1800 Stunden der “Praktischen Tätigkeit” ab, die gesetzlich durch das PsychThG vorgeschrieben sind. In der Klinik leitet sie Gruppentherapien und führt Einzelgespräche mit PatientInnen, also normale psychotherapeutische Arbeit.

Die Praktische Tätigkeit muss angemessen vergütet werden! Wir fordern tarifliche Bezahlung in Anlehnung an den Tarifvertrag für Assistenzärzte. PiA müssen als eigenständige Berufsgruppe im Stellen- und Budgetplan der Kliniken existieren. Die Tätigkeiten eines PiA sind auch mit Blick auf die abgeschlossene akademische Ausbildung leistungsgerecht zu bezahlen! Ein Studium muss sich lohnen! Wir sind gegen eine Bezahlung der Praktischen Tätigkeit auf Mindestlohnniveau. Psychotherapie, auch die werdender Psychotherapeuten, ist keine Niedriglohntätigkeit! Kurz gesagt: Wir wollen auch einen Kittel, aber uns die Farbe selbst aussuchen!

Ambulante Behandlungsstunden:Nach den 1800 Stunden der Praktischen Tätigkeit muss Anna 600 Stunden ambulante Therapie leisten. Diese macht sie in der Ambulanz ihres Ausbildungsinstituts. Hierfür erhält sie im Schnitt nur 40 der etwa 80 €, die die Krankenkasse dafür zahlt. Die andere Hälfte behält das Ausbildungsinstitut für „Verwaltungskosten sowie Raummiete“ ein.

Wir fordern die Bezahlung der Therapiestunden abzüglich der tatsächlichen Kosten für Verwaltung und Raummiete. Diese können bei einer durch Dutzende PiA ausgelasteten Institutsambulanz realistisch betrachtet nicht bei 40 € pro Behandlungsstunde liegen. Der Großteil der Ausbildungsinstitute verdient beträchtlich Geld mit der Therapie durch PiA, ohne dass diese eine entsprechende Gegenleistung dafür erhalten.

Praktische Tätigkeit neu denken

Status klären: PiA sind PsychologInnen oder PädagogInnen mit akademischem Abschluss auf Diplom- oder Master-Niveau. Max wird in seiner Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie jedoch als Praktikant behandelt, ohne Vergütung, ohne Arbeitnehmerrechte und ohne klare Zuständigkeiten und Zuständige auf seiner Station.

Wir fordern eine (eingeschränkte) Behandlungsberechtigung ab Tag 1 unserer Ausbildung, denn dies entspricht unserer Arbeitsrealität. Ob der dazu befähigende Abschluss Master, Staatsexamen oder Approbation heißt, ist dann sekundär. Was wir aber wichtig finden: Die Schaffung und Eingruppierung einer Berufsgruppe PiA inklusive aller Arbeitsrechte und –pflichten und die Schaffung klarer Zuständigkeiten auf Station! Die Praktische Tätigkeit muss hierfür mit der theoretischen Ausbildung verzahnt sein. Plätze für die Praktische Tätigkeit müssen während der Ausbildung innerhalb von drei Monaten garantiert sein! Wir wollen die Einrichtungen frei wählen und uns nicht auf bestimmte sozialrechtliche oder stationäre Formen beschränken. Wir fordern sowohl von Kliniken als auch von Ausbildungsinstituten ein nachvollziehbares – der Arbeitsrealität entsprechendes – Konzept der Ausbildung und nicht der Ausbeutung.

Supervision gewährleisten:Gerade zu Beginn ihrer Ausbildung steht Anna mit der Verantwortung für ihre Station mit 30 Patientinnen und Patienten alleine da. In ihrer Klinik mangelt es an Zeit und Willen für ausreichende Supervision. Einheitliche Regelungen gibt es dazu nicht. Oft schieben die Ausbildungsinstitute die Verantwortung den Kliniken zu und umgekehrt. Anna hilft das wenig.

Wir fordern, dass sich die Supervision über die gesamte Ausbildung im Verhältnis 1:4 (d.h. 1 Supervisionsstunde auf 4 Einzel- bzw. Gruppentherapiestunden) erstreckt und ohne versteckte Zusatzkosten gewährleistet wird – denn sie ist Teil unserer Arbeit. Die Supervision kann nur durch approbierte PsychotherapeutInnen erfolgen, denn von ihnen wollen wir lernen. In Kliniken und Kooperationseinrichtungen für die Praktische Tätigkeit müssen dazu approbierte Kolleginnen und Kollegen in ausreichender Zahl tätig sein, um den Ausbildungscharakter zu gewährleisten.

Ausbildung in die öffentliche Hand

Max fragt sich manchmal, warum er überhaupt für seine Ausbildung 30.000 € privat zahlen muss und kaum verdient und seine Kollegin Sabine als Assistenzärztin vom Anfang an 3.800 € monatlich verdient. Dabei sind doch beide während ihrer Ausbildung im öffentlichen Gesundheitswesen tätig.

Die Qualifizierung im Beruf des Psychotherapeuten bzw. der Psychotherapeutin ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, deren Kosten auch gesamtgesellschaftlich zu tragen sind. Dazu gehören Kosten für die Vermittlung von theoretischen Inhalten, für die Supervision und die Vergütung der praktischen Tätigkeit. Wir fordern unsere approbierten KollegInnen in Kliniken auf, nicht zu ruhen, bis alle Ihre PiA eine adäquate Vergütung bekommen. Die Ausbildungsinstitute fordern wir auf, ihre Rechnungen an die Gesellschaft und nicht an uns zu schicken! Lassen Sie uns die Selbstausbeutung innerhalb des Berufsstands beenden!

 

PiA-Politik-Treffen bezieht Stellung zur Mindestlohn-Debatte

TeilnehmerInnen des 5. PiA-Politik-Treffens haben eine Stellungnahme zum Gesetzentwurf des „Tarifautonomiestärkungsgesetzes“ (Mindestlohngesetz) als offenen Brief an das Bundesministerium für Arbeit und Soziales veröffentlicht. Hier geht’s zur Stellungnahme.

Damit reiht sich das PiA-Politik-Treffen in die kontrovers geführten Diskussionen zum Thema Mindestlohn für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Ausbildung im Rahmen der praktischen Tätigkeit ein. Während die Verbände VPP/BdP, DGVT und DGVT-AusbildungsAkademie sich für die Aufnahme der PiA in eine Mindestlohngesetzgebung aussprechen kritisiert die Deutsche PsychoterapeutenVereinigung (DPtV), dass in in den „Pressemeldungen nicht die Notwendigkeit einer Ausbildungsreform erwähnt [wird], obwohl dies Konsens“ sei. Laut DPtV stimme es „dass PiA keine richtigen Praktikanten sind, und für die Kliniken wirtschaftlich verwertbare Leistungen erbringen“, der Verband sieht jedoch die Diskussion zu tarifrechtlichen Strukturen mit ver.di durch die Mindestlohndebatte konterkariert: „Beide Statements vermitteln den Eindruck, Psychotherapeuten in Ausbildung zukünftig im Niedriglohnsektor ansiedeln zu wollen.“ Das eigentliche Problem der nicht leistungsgerechten Vergütung eines akademischen Berufes sei nicht erwähnt worden.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des PiA-Politik-Treffen haben sich nun nach einer internen Debatte positioniert und sprechen sich gegen die Ausklammerung von Auszubildenden mit bereits abgeschlossenem Studium aus dem Mindestlohn aus, „da dies zu einer Degradierung der praktischen Tätigkeit im Sinne des Psychotherapeutengesetzes (PsychThG) hin zu einem Praktikum führen würde.“  

Neben einer umfassenden Reform des Psychotherapeutengesetzes (PsychThG) und angemessener tariflicher Entlohnung fordern die TeilnehmerInnen PiA-Politik-Treffens den Einbezug von PiA im aktuellen Gesetzentwurf in den Kreis der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Was das Bundesministerium für Arbeit und Soziales dazu antwortet, bleibt abzuwarten.

BDP will Mindestlohn auch für Psychotherapeuten in Ausbildung

BDP will Mindestlohn auch für Psychotherapeuten in Ausbildung

26.03.2014 – Der Bundesverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) hat sich dafür ausgesprochen, den von der Bundesregierung geplanten Mindestlohn auch für Psychotherapeuten in Ausbildung geltend zu machen. „Einerseits fordern wir, dass Menschen lebenslang lernen und sich ihnen bietende Bildungschancen nutzen, andererseits müssen sie dann aber erfahren, dass sie trotz ihrer Ausbildung oder ihres Studiums fast unentgeltlich als Praktikant ihren Einstieg in die Arbeitswelt finden müssen“, erklärte BDP-Präsident Prof. Michael Krämer.

Viele Psychotherapeuten in Ausbildung, die mindestens ein Jahr in einer psychiatrischen Einrichtung arbeiten, bekommen häufig nur Praktikantenverträge. Deshalb soll die Bundesregierung in der Ausnahmeregelung für Praktikanten beim Mindestlohn Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung oder Akademiker nicht mit einbeziehen.

http://www.kbv.de/html/newsletter/7307_8400.php

P.i.A. PsychotherapeutInnen in Ausbildung – Dumping mit Diplom: Widerstand am Uniklinikum

Dumping mit Diplom: Widerstand am Uniklinikum
Protest der Psychotherapeuten in Ausbildung
Sie haben ein abgeschlossenes Hochschulstudium und arbeiten am Uniklinikum für einen Stundenlohn zwischen 1,60 und 6,30 Euro. Dagegen demonstrierten die Psychotherapeuten in Ausbildung (PiA) gestern.
Tübingen. „Diplom, Promotion, Psychotherapeut 3,50 Euro Stundenlohn“ steht auf dem großen Schild, das um Raphael Nieblers Hals hängt. Er ist einer von rund 40 (angehenden) Psychotherapeuten, die gestern Mittag auf dem Schnarrenberg demonstrierten.
Weiter:

„Die praktische Tätigkeit zwischen Ideal und Wirklichkeit“ – Ausbildungsinstitute und PTK-NRW diskutierten

„Die praktische Tätigkeit zwischen Ideal und Wirklichkeit“ – Ausbildungsinstitute und PTK-NRW diskutierten

Rund 70 Teilnehmer diskutierten am 11.11. in Düsseldorf Leitlinien und arbeitsrechtliche Fragen für eine bessere inhaltliche Ausgestaltung der praktischen Tätigkeit während der Psychotherapeutenausbildung. Die Veranstaltung war die zweite Tagung, zu der der Zweckverband der Ausbildungsinstitute und die Psychotherapeutenkammer NRW eingeladen hatten.

Weiter:
https://www.ptk-nrw.de/de/aktuelles/nachrichten-2013/detail/article/die-praktische-taetigkeit-zwischen-ideal-und-wirklichkeit-ausbildungsinstitute-und-ptk-nrw-d.html

Zeit die Realität zu verändern!

Video

Wir freuen uns, heute unseren neuen PiA-Flashmob-Spot veröffentlichen zu können! Zum ersten Mal gezeigt wurde der Spot am 23. Deutschen Psychotherapeutentag in Kiel zu einer kleinen Vor-Premiere. Im Spot werden die diesjährigen Aktionen rund um den „Freeze-Flashmob“ aufgegriffen, die den Stillstand der Gesetzesreform zeigen. Der Aufruf an alle PiA, PsychotherapeutInnen und PolitikerInnen: ZEIT, DIE REALITÄT ZU VERÄNDERN!

Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Ausbildung (PiA) fordern eine Reform des Psychotherapeutengesetzes (PsychThG): Seit Einführung des Gesetzes im Jahr 1999 herrscht Stillstand, der zu Ausbeutung und Unterbezahlung von PiA in deutschen Kliniken führt. Die angehenden Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten (allesamt Psychologen oder Pädagogen mit Hochschulabschluss) fordern eine Beendigung des Stillstands und haben in einem bundesweiten Freeze-Flashmob am 9.9.2013 um 19 Uhr mit über 1000 PiA darauf aufmerksam gemacht.

Wir fordern:

  • Angemessene Bezahlung der praktischen Tätigkeit
  • Masterniveau als Zugangsvoraussetzung zur Ausbildung
  • Ausbildungsreform jetzt!

Schreibt uns, was ihr vom Video haltet (klicken auf „Kommentieren„)  und helft uns bei der Verbreitung des Spots:

Protokoll des 4. PiA-Politik-Treffens

Die Protokolle des letzten PiA-Politik-Treffens in Berlin sind online und können hier abgerufen werden. Interessant für uns PiA ist dabei vor allem die Resolution an unsere Ausbildungsinstitute zur Qualitätssicherung und eine sehr praktische Tabelle zur Arbeitsdokumentation während der Praktischen Tätigkeit. Damit kannst Dur dir errechnen, was Du eigentlich in der praktischen Tätigkeit mindestens verdienen müsstet.

  • Gibt es an deinem Ausbildungsinstitut bereits ein System zur Qualitätssicherung? Wenn nicht, dann schicke Deiner Institutsleitung doch mal die Resolution!
  • Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: Dokumentiere alle Deine Leistungen während der praktischen Tätigkeit

Forderungen – Worum geht es?

PiA – Das sind Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Ausbildung

Bei den bundesweiten Demonstrationen und Aktionen 2011, 2012 und 2013 haben wir, die freie Protestgruppe PiA für gerechte Bedingungen! (PfGB), und unsere PiA-Kolleginnen und -Kollegen auf die prekären Ausbildungsbedingungen von angehenden PsychotherapeutInnen aufmerksam gemacht:

  • Wenig bis keine Vergütung der praktischen Tätigkeit in Krankenhäusern
  • Unklare Zugangsvoraussetzungen zur Ausbildung
  • Fehlende demokratische Strukturen an Ausbildungsinstituten
  • Ungenügende Transparenz bei den Ausbildungskosten
  • Unzureichende Qualitätssicherung der Ausbildung

Wir fordern daher:

  • Angemessene Bezahlung der praktischen Tätigkeit

  • Masterniveau als Zugangsvoraussetzung zur Ausbildung

  • Ausbildungsreform jetzt!

Reicht Dir das? Was forderst Du noch? Diskutiere mit!

BPtK fordert Ausbildungsreform in der nächsten Legislaturperiode

09. September 2013
BPtK fordert Ausbildungsreform in der nächsten Legislaturperiode
Psychotherapeuten in Ausbildung protestieren gegen Ausbildungsmisere

Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) fordert eine Reform der Psychotherapeutenausbildung in der nächsten Legislaturperiode. Sie unterstützt deshalb die bundesweiten Freeze-Flashmobs, die Psychotherapeuten in Ausbildung (PiA) am 9. September veranstalten. Dazu werden sich in Berlin, Bielefeld, Braunschweig, Dresden, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Münster, Oldenburg, Osnabrück, Trier und Tübingen PiA treffen und fünf Minuten in der Bewegung verharren. Die PiA demonstrieren damit gegen die miserablen Ausbildungsbedingungen.

„Beim Zugang zur postgradualen Ausbildung herrscht föderales Chaos und die finanzielle Situation der Ausbildungsteilnehmer ist prekär, vor allem während der mindestens einjährigen praktischen Tätigkeit in einer psychiatrischen Einrichtung“, stellt BPtK-Präsident Prof. Dr. Rainer Richter fest. „Wir setzen uns schon seit Langem dafür ein, diese unhaltbaren Zustände zu beenden.“

Die genauen Treffpunkte für die Freeze-Aktion können aktuell auf der Homepage www.piapolitik.de nachgelesen werden.

http://www.bptk.de/aktuell/einzelseite/artikel/bptk-fordert-4.html

MACH MIT: SCHREIBE AN DEINEN ABGEORDNETEN

+++ MACH MIT: SCHREIBE AN DEINEN ABGEORDNETEN +++

Betreff: Schreibe deine PiA-Probleme an deinen Bundestagsabgeordneten – mach mit und werde aktiv!

Liebe PiA, denen die momentane Ausbildungssituation zuwider ist,

Wir wollen gemeinsam das Wahljahr 2013 nutzen und nach den gelungenen Protestaktionen 2012 unsere eigenen Bundestagsabgeordneten mit der Nase auf die katastrophale Ausbildungssituation in der Praktischen Tätigkeit stoßen! Mach mit!

Warum? Wir wollen die längst überfällige Gesetzesreform in Gang bringen!

Im Anhang sind zwei Musterbriefe und eine Liste der Abgeordneten (nach Wahlkreisen sortiert). Falls es dir schwer fällt, deinen Wahlkreis zuzuordnen kannst du ihn hier mit PLZ und Wohnort suchen http://www.bundestag.de/bundestag/wahlen/wahlkreise09/

Bitte schreibe deine Erfahrungen in PT I und PT II in den roten Bereich der Musterbriefe. Bitte individualisiere auch den Rest des Briefes etwas, damit ein MdB nicht zu oft den selben Brief bekommt und dein Brief ungelesen zur Seite gelegt wird.

Was ist in deinem Brief wichtig? Betone deine hohe Eingangsqualifikation mit Hochschulabschluss (Dipl. Psych,/ M. Sc. Psych./ Dipl. Päd./ M. A. Päd.) und schildere deine prekäre Situation in der PT I und II.

• Was war dein Aufgabenfeld? Einzeltherapie? Gruppentherapie? Arztbriefe? Medikamente?
• Für wieviele Patienten warst du verantwortlich? Alleine?
• War ein approbierter Psychologischer Psychotherapeut auf deiner Station? War ein Facharzt auf deiner Station?
• Wieviel Anleitung hast du bekommen? Wer hat dich angeleitet – ein Assistenzarzt, ein Facharzt, ein Psychologe ohne Approbation, ein Psychologischer Psychotherapeut mit Approbation? Wie viele Stunden Supervision pro Woche mit wie vielen PiAs?
• Was hast du verdient?
• Wenn du möchtest, benenne deinen Arbeitgeber.
• Mache auf die Erkenntnisse aus der 85. Bundesgesundheitsministerkonferenz am 28.05.2012 in Saarbrücken und das Forschungsgutachten zur Ausbildung (s. Anhang) aufmerksam!

Achte darauf, dass du kein Bild zeichnest, in dem du dich überfordert schilderst, sondern betone die mangelnde Anleitung.

Wenn du möchtest, lass auch Freunde und Verwandte deine Situation an ihr MdB schicken.

Viele Grüße

Robin Siegel, Peter Freytag, Oliver John, Inga Ladwig & Martina Reimitz
im Auftrag der Mitglieder des PiA-Politik-Treffens und der Bundeskonferenz PiA

______________________________________________________________________________________________________

MUSTERBRIEF A:

Sehr geehrter Herr/Frau MdB ….

ich schreibe Sie als Mitglied des Bundestages meines Wahlkreises an, da ich Sie auf ein dringendes Probleme in der Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten gemäß §2 Psychotherapeutengesetz (PsychThG) aufmerksam machen will. Ich selber durchlaufe diese Ausbildung seit XXXX. Während ich sie insgesamt als qualitativ sehr hochwertig erlebe, halte ich insbesondere den Ausbildungsbestandteil „praktische Tätigkeit“ nach §2 der Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Psychologische Psychotherapeuten (PsychTh-APrV) für problematisch.

[HIER PERSÖNLICHE ERFAHRUNGEN EINFÜGEN: Ich selber habe XXXX meine praktische Tätigkeit in der psychiatrischen Abteilung der Kliniken Essen-Mitte absolviert. Ich verfüge als notwendige Eingangsqualifikation zur Ausbildung einen Universitätsabschluss als Diplom-Psychologe. Obwohl ich mit Ausnahme des ersten Einarbeitungsmonats durch die eigenständige Durchführung von Einzelgesprächen (unter gelegentlicher Supervision) und auch der Durchführung von Gruppen unter anderem für Alkoholabhängige Patientinnen und Patienten an der psychiatrischen Versorgung beteiligt war, hat mir die Klinik meine Arbeit zunächst überhaupt nicht und erst nach 7 Monaten mit 400€ pro Monat vergütet.]Dieser Zustand ist offensichtlich kein Einzelfall, was auch das vom Bundesministerium für Gesundheit in Auftrag gegebene Forschungsgutachten zur Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten zeigt: 65 % der Psychotherapeuten in Ausbildung (PiA) führen eigenständig Einzelgespräche und 54 % führen eigenständig Gruppengespräche durch, wobei 50% keine Vergütung und weitere 25% nur eine Vergütung in Höhe von maximal 750€ erhalten.

Diese Schere zwischen der einerseits hohen Verantwortung der PiA durch die Teilnahme an der psychiatrischen Versorgung sowie am Menschen und die andererseits geringe Vergütung ist aus meiner Sicht – sowie beispielhaft aus der Sicht des Landesarbeitsgericht Hamm, Az. 11 Sa 74/12, 29.11.2012 – sittenwidrig und unhaltbar. Diesen Zustand hat auch die 85. Bundesgesundheitsministerkonferenz der Länder auf ihrer Sitzung am 28.05.2012 in Saarbrücken angeprangert.

Da es sich beim Psychotherapeutengesetz und der dazugehörigen Ausbildungs- und Prüfungsordnung um ein Bundesgesetz handelt, richte ich mich mit diesem Schreiben an Sie, als Vertreter meines Wahlkreises, und bitte Sie hier umgehend Änderungsvorschläge einzubringen und durchzusetzen bzw. bei evtl. Koalitionsgesprächen nach der Bundestagswahl auf die Tagesordnung zu bringen!

Für weitere Informationen zu diesem Thema stehe ich Ihnen natürlich gerne zur Verfügung und verbleibe

mit freundlichen Grüßen,

______________________________________________________________________________________________________

MUSTERBRIEF B:

Sehr geehrte/r Frau/ Herr N.N.,

hiermit möchte ich Sie als Vertreter/in meines Wahlkreises im Bundestag auf gravierende Missstände in der Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten hinweisen, die im Zuge der Novellierung des Psychotherapeutengesetzes behoben werden sollten. Ich beziehe mich an dieser Stelle auf die oft prekäre Situation der PsychotherapeutInnen in Ausbildung während der im §2 der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung (PsychTh-APrV) geregelten “Praktischen Tätigkeit“.

In seiner bisherigen Umsetzung bringt dieser maßgebliche Baustein des Ausbildungsganges für mich und meine KollegInnen nicht hinnehmbare Zumutungen mit sich, die sich aus dem unzureichend geklärten Status der PsychotherapeutInnen in Ausbildung (PiA) im Gesundheitssystem ableiten: Einerseits werden PiA von den Kliniken vielfach anspruchsvolle therapeutische Aufgaben übertragen, andererseits wird deren Vergütung mit dem Verweis auf fehlende Qualifikationen als Therapeut verwehrt.

HIER PERSÖNLICHE ERFAHRUNGEN EINFÜGEN: So wurde ich etwa während meiner 12-monatigen Tätigkeit an den Rheinischen Kliniken Köln durchgängig mit Einzel- und Gruppentherapien betraut, bei deren Durchführung ich lediglich durch ein wöchentliches Supervisionsangebot unterstützt wurde. Die einzige “Vergütung“ dieser Tätigkeit bestand jedoch in der Bereitstellung kostenloser Mahlzeiten in der Kantine, obwohl ich neben einem abgeschlossenen Hochschulstudium auch auf eine mehrjährige Tätigkeit als Diplom-Psychologe in den Bereichen Forschung und Lehre verweisen konnte.]

Die Diskrepanz zwischen professioneller Beanspruchung und materieller Vergütung während meiner Praktischen Tätigkeit im Rahmend der PsychTh-APrV stellt keine Ausnahme dar. Wie Sie dem Forschungsgutachten zur Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten des Bundesministeriums für Gesundheit entnehmen können, ist die Praktische Tätigkeit für die Mehrzahl der PsychotherapeutInnen in Ausbildung – vor allem in Ballungsräumen – ein wirtschaftlicher Balanceakt. Dieser Zustand ist aus meiner Sicht – sowie beispielhaft aus der Sicht des Landesarbeitsgericht Hamm, Az. 11 Sa 74/12, 29.11.2012 – sittenwidrig und unhaltbar.

Dass hinsichtlich der Regelung der Praktischen Tätigkeit ein dringender Veränderungsbedarf besteht, ist am 28.05.2012 auch von der Gesundheitsministerkonferenz der Länder festgehalten worden. Ich bitte Sie, als Mitglied des Bundestages und als VertreterIn meiner Region, um Ihre aktive Mitwirkung an der ausstehenden Novellierung des Psychotherapeutengesetzes. Nur auf diesem Wege kann die qualitativ hochwertige psychosoziale Grundversorgung in Deutschland langfristig gesichert werden!

Für Rückfragen stehe ich Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen,
N.N.

Ort, Datum
———————–

Die LISTE MIT SÄMTLICHEN ABGEORDNETEN aller Bundesländer erhaltet ihr auf Anfrage. Schreibt an:

psychotherapeutinnen-in-ausbildung@web.de

Jusos Baden-Württemberg fordern eine Verbesserung der Ausbildungsbedingungen

Jusos Baden-Württemberg fordern eine Verbesserung der Ausbildungsbedingungen:

1. Angemessene Vergütung während aller praktischer Phasen der Ausbildung, die sich mindestens nach TVöD 13 richtet
2. Abschaffung der Kosten für die postgraduale Ausbildung
3. Master-Abschluss als Grundlage für die postgraduale Ausbildung als Psychologische*r Psychotherapeut*in
4. Erleichterter Zugang zu BAföG unter Gleichsetzung der Richtlinien für Schüler*innen
5. Umbenennung in PsychotherapeutInnengesetz

Dieser Antrag wurde auf der Juso-Landesdelegiertenkonferenz Ende Juni 2013 angenommen, d.h. die Forderungen werden an den Juso-Bundesparteitag, den SPD-Bundesparteitag und den SPD-Bundesvorstand weitergeleitet.

Die Pressemitteilung der Jusos:

http://www.jusos-ka-land.de/index.php?nr=69713

Mi, 10.7.13: PiA-Treffen bei ver.di Landesbezirk Berlin-Brandenburg

PiA-Treffen bei ver.di Landesbezirk Berlin-Brandenburg
Mittwoch, 10.07.2013
Uhrzeit: 17 – 19 Uhr
Ort: ver.di Landesbezirk Berlin-Brandenburg
FB 03 – Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen
Raum: siehe Info-Display im Eingangsbereich
Köpenicker Straße 30, 10179 Berlin

Kommt zahlreich! Anmeldung und ver.di-Mitgliedschaft sind nicht erforderlich.

Mach mit! Sei solidarisch! Werde aktiv!
Ausbildungsreform jetzt!

http://gesundheit-soziales-bb.verdi.de/
http://www.der-druck-muss-raus.de/
http://www.verdi.de/ueber-uns/mitglied-werden

9.9.13: FLASHMOB: Stillstand seit 1999

FLASHMOB: Stillstand seit 1999

In jeder Stadt Deutschlands ein Flashmob zum Thema:
Die Politik zur Verbesserung unserer Ausbildungsbedingungen steht still! Flashmob auch in Deiner Stadt! Mach mit!

Wann: Montag, 9. September 2013, 19 Uhr

Weitere Infos folgen!

Alle Termine: http://psychotherapeutenwiki.de/Berufspolitik/Netzwerke/#index5h3

PiA-Protest-Spot auf dem 22. Deutschen Psychotherapeutentag

Video

Unsere Kollegin Marty Auer schreibt: Wir vom Sprecherteam der Bundeskonferenz PiA hatten die große Ehre den PiA-Protest-Spot des PiA-Politik-Treffens auf dem 22. Deutschen Psychotherapeutentag hier in Berlin vorzustellen! Es gab einen langen Applaus und viele positive Rückmeldungen der Delegierten! Hier geht’s zum Video auf Youtube.

9000 Unterschriften für Herrn Bahr!

Liebe PiA,

  • Die Gruppe PiA für gerechte Bedingungen haben in enger Zusammenarbeit mit ver.di und den psychotherapeutischen Berufsverbänden bvvp, DPtV und VPP 9000 Unterschriften zu in einer verabschiedeten Resolution mit Reformforderungen zum Psychotherapeutengesetz und will diese dem Bundesgesundheitsminister als Reformverantwortlichen übergeben
  • Das BMG hatte zunächst unsere Anfrage nach einen Termin mit Hr. Bahr aus zeitlichen Gründen abgelehnt und darauf hingewiesen, das PiA-Vertreter ihren Standpunkt bereits dem Fachreferat vorstellen konnten und ebenso wie andere Gruppen im Reformprozess, der nach der Sommerpause beginnen soll, vorstellig werden können.
  • Wir wollten diese Absage nicht akzeptieren und deutlich machen, worum es für uns geht. Deshalb haben wir in beiliegendem Schreiben an das BMG unsere Bitte um einem Übergabetermin der Unterschriften erneuert und unseren Standpunkt deutlich gemacht: Dass wir als PiA diejenigen sind, die alleine die Kosten für die Ausbildung tragen, es ausschließlich UNSERE Ressourcen sind, (Zeit, Geld, Arbeitskraft), die im Psychotherapeutengesetz verhandelt werden und wir berechtigterweise eine besondere Berücksichtigung unserer Interessen im Reformprozess fordern.

Das Schreiben wird von den Berufsverbänden bvvp, DPtVVPP und der Gewerkschaft ver.di unterstützt.

Antwort von Berliner Klinik auf das Forderungsschreiben der PiA

Die PiA der Berliner Kliniken, die sich am Streik beteiligen, haben im Vorfeld ein Forderungsschreiben an die Geschäftsführung gesendet, mit dem sie die Aufnahme ernsthafter Verhandlungsgespräche bgzl. der Vergütung einfordern.

Heute veröffentlichte eine PiA bei Facebook die Reaktion der Personalabteilung darauf:

…. die Geschäftsführung hat das von Ihnen gezeichnete Schreiben vom 17.11.2011 an die Personalabteilung weitergeleitet. Mit Ihrem Schreiben teilen Sie in ultimativer Form mit, dass Sie nach dem 28.11.2011 nicht mehr bereit sind, „unter den Bedingungen als „Praktikant“ zu arbeiten.“

Sie beziehen sich damit auf den zwischen Ihnen und der Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe gGmbH geschlossenen Praktikantenvertrag. Darin sind die gesetzlichen Kündigungsfristen vereinbart (2 bzw. 4 Wochen bei Beschäftigung länger als 6 Monate).

Um Ihre eingangs zitierte Ankündigung zu realisieren möchten wir Sie auffordern, uns unter Berücksichtigung der Kündigungsfristen Ihre Kündigung zukommen zu lassen. Den Abschluss eines anderen Vertrages können wir Ihnen nicht anbieten.

Mit separater Post werde Sie ein Schreiben der Geschäftsführung erhalten.

Mit freundlichen Grüßen

Personalabteilung.

Der Kommentar dazu:

Wir waren gestern beim Betriebsrat. Der hat uns gesagt, dass auf einen Streik eine fristlose Kündigung bis hin zu einem Platzverweis folgen könnte. Gewerkschaftliche Vertretung gibt es hier im Haus nicht. Das lässt den Konsens bröckeln. Vor allem diejenigen in der Probezeit und kurz vor Ende sind am zweifeln. Wir sind noch in der Auseinandersetzung. Neuigkeiten später…