STOPP: PiA nicht vergessen!

Bei einer kleinen Aktion im Rahmen des Aktionsmonats Juni stellte die Protestgruppe PiA für gerechte Bedingungen! in Berlin reformrelevante Grundforderungen vor. Dazu wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der 2. Fachtagung vor dem Eingang abgefangen und mit den PiA-Forderungen gebrieft. Diskutiere mit, was Du von den Forderungen hälst oder lade Sie dir als PDF herunter.

Leistungsgerechte Vergütung

Praktische Tätigkeit:Anna arbeitet in einer Klinik für Psychiatrie & Psychotherapie mit öffentlichem Versorgungsauftrag für wenig Geld und zu ausbeuterischen Bedingungen. Sie leistet dort 1200 der 1800 Stunden der “Praktischen Tätigkeit” ab, die gesetzlich durch das PsychThG vorgeschrieben sind. In der Klinik leitet sie Gruppentherapien und führt Einzelgespräche mit PatientInnen, also normale psychotherapeutische Arbeit.

Die Praktische Tätigkeit muss angemessen vergütet werden! Wir fordern tarifliche Bezahlung in Anlehnung an den Tarifvertrag für Assistenzärzte. PiA müssen als eigenständige Berufsgruppe im Stellen- und Budgetplan der Kliniken existieren. Die Tätigkeiten eines PiA sind auch mit Blick auf die abgeschlossene akademische Ausbildung leistungsgerecht zu bezahlen! Ein Studium muss sich lohnen! Wir sind gegen eine Bezahlung der Praktischen Tätigkeit auf Mindestlohnniveau. Psychotherapie, auch die werdender Psychotherapeuten, ist keine Niedriglohntätigkeit! Kurz gesagt: Wir wollen auch einen Kittel, aber uns die Farbe selbst aussuchen!

Ambulante Behandlungsstunden:Nach den 1800 Stunden der Praktischen Tätigkeit muss Anna 600 Stunden ambulante Therapie leisten. Diese macht sie in der Ambulanz ihres Ausbildungsinstituts. Hierfür erhält sie im Schnitt nur 40 der etwa 80 €, die die Krankenkasse dafür zahlt. Die andere Hälfte behält das Ausbildungsinstitut für „Verwaltungskosten sowie Raummiete“ ein.

Wir fordern die Bezahlung der Therapiestunden abzüglich der tatsächlichen Kosten für Verwaltung und Raummiete. Diese können bei einer durch Dutzende PiA ausgelasteten Institutsambulanz realistisch betrachtet nicht bei 40 € pro Behandlungsstunde liegen. Der Großteil der Ausbildungsinstitute verdient beträchtlich Geld mit der Therapie durch PiA, ohne dass diese eine entsprechende Gegenleistung dafür erhalten.

Praktische Tätigkeit neu denken

Status klären: PiA sind PsychologInnen oder PädagogInnen mit akademischem Abschluss auf Diplom- oder Master-Niveau. Max wird in seiner Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie jedoch als Praktikant behandelt, ohne Vergütung, ohne Arbeitnehmerrechte und ohne klare Zuständigkeiten und Zuständige auf seiner Station.

Wir fordern eine (eingeschränkte) Behandlungsberechtigung ab Tag 1 unserer Ausbildung, denn dies entspricht unserer Arbeitsrealität. Ob der dazu befähigende Abschluss Master, Staatsexamen oder Approbation heißt, ist dann sekundär. Was wir aber wichtig finden: Die Schaffung und Eingruppierung einer Berufsgruppe PiA inklusive aller Arbeitsrechte und –pflichten und die Schaffung klarer Zuständigkeiten auf Station! Die Praktische Tätigkeit muss hierfür mit der theoretischen Ausbildung verzahnt sein. Plätze für die Praktische Tätigkeit müssen während der Ausbildung innerhalb von drei Monaten garantiert sein! Wir wollen die Einrichtungen frei wählen und uns nicht auf bestimmte sozialrechtliche oder stationäre Formen beschränken. Wir fordern sowohl von Kliniken als auch von Ausbildungsinstituten ein nachvollziehbares – der Arbeitsrealität entsprechendes – Konzept der Ausbildung und nicht der Ausbeutung.

Supervision gewährleisten:Gerade zu Beginn ihrer Ausbildung steht Anna mit der Verantwortung für ihre Station mit 30 Patientinnen und Patienten alleine da. In ihrer Klinik mangelt es an Zeit und Willen für ausreichende Supervision. Einheitliche Regelungen gibt es dazu nicht. Oft schieben die Ausbildungsinstitute die Verantwortung den Kliniken zu und umgekehrt. Anna hilft das wenig.

Wir fordern, dass sich die Supervision über die gesamte Ausbildung im Verhältnis 1:4 (d.h. 1 Supervisionsstunde auf 4 Einzel- bzw. Gruppentherapiestunden) erstreckt und ohne versteckte Zusatzkosten gewährleistet wird – denn sie ist Teil unserer Arbeit. Die Supervision kann nur durch approbierte PsychotherapeutInnen erfolgen, denn von ihnen wollen wir lernen. In Kliniken und Kooperationseinrichtungen für die Praktische Tätigkeit müssen dazu approbierte Kolleginnen und Kollegen in ausreichender Zahl tätig sein, um den Ausbildungscharakter zu gewährleisten.

Ausbildung in die öffentliche Hand

Max fragt sich manchmal, warum er überhaupt für seine Ausbildung 30.000 € privat zahlen muss und kaum verdient und seine Kollegin Sabine als Assistenzärztin vom Anfang an 3.800 € monatlich verdient. Dabei sind doch beide während ihrer Ausbildung im öffentlichen Gesundheitswesen tätig.

Die Qualifizierung im Beruf des Psychotherapeuten bzw. der Psychotherapeutin ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, deren Kosten auch gesamtgesellschaftlich zu tragen sind. Dazu gehören Kosten für die Vermittlung von theoretischen Inhalten, für die Supervision und die Vergütung der praktischen Tätigkeit. Wir fordern unsere approbierten KollegInnen in Kliniken auf, nicht zu ruhen, bis alle Ihre PiA eine adäquate Vergütung bekommen. Die Ausbildungsinstitute fordern wir auf, ihre Rechnungen an die Gesellschaft und nicht an uns zu schicken! Lassen Sie uns die Selbstausbeutung innerhalb des Berufsstands beenden!

 

Gemeinsame Sitzung der ver.di PiA-AG und der Fachkommission Psychotherapeut/innen am 14. März 2014 in Berlin

Einladung zur gemeinsamen Sitzung der FK PP/KJP und der ver.di PiA-AG
Gemeinsame Sitzung der ver.di PiA-AG und der Fachkommission Psychotherapeut/innen am 14. März 2014 in Berlin. Wer sich an der Diskussion zur Reform des PsychThG beteiligen möchte, sollte sich schnell anmelden! Unterkunft und Reisekosten werden für ver.di-Mitglieder erstattet. Genauere Infos kannst Du den PDFs am Ende dieses Beitrags entnehmen.

Liebe Kollegin, lieber Kollege,

hiermit laden wir Dich zu unserem gemeinsamen Treffen der FK PP/KJP und der ver.di PiA-AG ganz herzlich ein.

  • Freitag, den 14. März 2014
  • Sitzungszeit: 9.00 Uhr bis 16.00 Uhr
  • in der ver.di Bundesverwaltung
  • Raum: 7.A. Boell-Seghers
  • Paula-Thiede-Ufer 10, 10179 Berlin

Die Reisekosten werden nach den ver.di-Reisekostenregelungen erstattet.

Vorschlag für die Tagesordnung
1. Begrüßung/Vorstellung
2. Gemeinsame Sichtung der Positionen/Veröffentlichungen
3. Inhaltliche Verständigung zur Überarbeitung der Eckpunkte
4. Arbeitsgruppen: Aktualisierung der Eckpunkte
5. Vorstellung der Arbeitsgruppenergebnisse
6. Bildung eines redaktionellen Teams zur Fertigstellung der Broschüre
7. Verschiedenes

Links & Dokumente zur Info & Anmeldung:

Bundeskonferenz PiA nimmt Stellung zur Berufsbilddiskussion

Bundeskonferenz PiA nimmt Stellung zur Berufsbilddiskussion

Die Bundeskonferenz PiA hat mit Ihrem Schreiben vom 18.12.2014 [sic] Position zur aktuellen Diskussion zum Berufsbild von Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten bezogen. In dem Schreiben spricht sich die Bundeskonferenz für den Verfahrensbezug der Ausbildung, für die Beibehaltung der zwei Berufe zum Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten mit einheitlichen Zugangsvoraussetzungen aus. Falls es zu einer gemeinsamen Approbation komme, müsse der breite Zugang zur Ausbildung garantiert und der hohe fachliche Standard auf dem EQR-LEvel 7 (Masterniveau) in Studiengängen der Psychologie, Pädagogik und Medizin erhalten bleiben.

In der Auflistung der Kompetenzen von Psychotherapeuten ergänzen sie wichtige Punkte wie „die Fähigkeit, im Spannungsverhältnis zwischen Abhängigkeit und Autonomie bei der Therapie von Kindern, sowohl deren, als auch die Perspektive der Eltern einzunehmen“ oder das Arbeiten „mit einem sozial-ökologischen Gesundheitsmodell, das Gesundheit als Mittel ansieht, Patienten und Patientinnen zu befähigen, individuelles und gesellschaftliches Leben positiv zu gestalten“.

In Bezug auf die Reform der Ausbildung sehen sie das fachliche Niveau der bisherigen Ausbildung (Studium und postgraduale Ausbildung) als hoch an und halten es dennoch für wünschenswert, die Verteilung auf und die Gewichtung in den einzelnen Ausbildungsabschnitten zu überdenken.

Die vollständige Stellungnahme der Bundeskonferenz PiA erhalten Sie hier:
http://www.vpp-pia.de/m14/2014_x2.php
http://www.vpp-pia.de/doku/2014_05_02_Stellungnahme_der_Bundeskonferenz_PiA.pdf

Was wäre wenn … – PTK-Veranstaltung zur Reform der Psychotherapeutenausbildung

Was wäre wenn … – PTK-Veranstaltung zur Reform der Psychotherapeutenausbildung
Die Kammerversammlung der Psychotherapeutenkammer NRW führte am 19. Februar 2014 eine Informations- und Diskussionsveranstaltung mit Vertretern der Berufs- und Fachverbände und der Ausbildungsstätten zur Reform der Psychotherapeutenausbildung durch. Ausgangspunkt war die Frage „Was wäre, wenn Psychotherapeuten zukünftig in den gleichen Strukturen aus- und weitergebildet würden wie andere akademisch…e Heilberufe?“. Die Frage erhält ihre Dringlichkeit dadurch, dass die neue Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart hat, das Psychotherapeutengesetz samt den Zugangsvoraussetzungen zur Ausbildung zu überarbeiten.
Weiter:

Neue Termine

15.02.2014, 10 bis 17 Uhr: PiA-Tag Baden-Wüttemberg in Heidelberg (Psychologisches Institut der Universität Heidelberg)

PiA-Tag Baden-Wüttemberg am 15.2. in Heidelberg
Liebe Kolleginnen und Kollegen, Die PiA-Vertretung im VPP lädt ein zum ‚ PiA-Tag Baden-Württemberg‘ am Samstag, den 15. Februar, von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr, im Psychologischen Institut der Universität Heidelberg. Neben prominent besetzten Praxis-Workshops zur Schematherapie (Dr. Roediger, IFS-T Frankfurt) und zur Systemischen Therapie (Alexander Herr, Milton-Erickson-Institut Heidelberg) bietet der ‚ PiA-Tag Baden-Württemberg‘ auch aktuelle Infos zu berufspolitischen Entwicklungen (z.B. zur anstehenden Reform des Psychotherapeutengesetzes). Das alles gibt’s für VPP-Mitglieder zum Nulltarif – inkl. Catering und Rundum-Versorgung in den Kaffee-Pausen.

Melde Dich am besten gleich an per Email an freytag@app-koeln.de oder per angehängtem Anmeldeformular an „Peter Freytag, Wiersbergstraße 33, 51103 Köln“.

Viele Grüße von Deiner PiA-Vertretung im VPP

Peter Freytag, Robin Siegel, Martina Reimitz

http://www.vpp-pia.de/doku/2014_01_21_PiATag2014.pdf

http://www.vpp-pia.de/m13/2013_x8.php

 

20.02.2014, 17 Uhr: PiA-Treffen bei ver.di Berlin (Köpenicker Straße 30 10179 Berlin, Raum 6.04)

Vorschlag für die Tagesordnung:

– Bericht vom Runden Tisch
– Definition und Umsetzung von inhaltlichen Qualitätskriterien der Praktischen Tätigkeit
– Wie nutzen wir die Handlungshilfen?
– neue Regeln des LAGeSo – zusätzliche Verknappung von Plätzen für die Praktische Tätigkeit?

Alle Berliner PiA sind herzlich eingeladen!

 

14.03.2014, 9 bis 16 Uhr: ver.di PiA AG meets ver.di Fachkommission PP/KJP (Paula-Thiede-Ufer 10, 10179 Berlin)
Liebe Kollegin, lieber Kollege,hiermit laden wir Dich zu unserem gemeinsamen Treffen der
FK PP/KJP und der ver.di PiA-AG ganz herzlich ein.

Freitag, den 14. März 2014, 09.00 – 16.00 Uhr
In der ver.di Bundesverwaltung
Raum: 7.A. Boell-Seghers
Paula-Thiede-Ufer 10, 10179 Berlin

Einen Vorschlag für die Tagesordnung findest Du im Anhang.
Einen Anreisehinweis haben wir beigefügt. Die Reisekosten
werden nach den ver.di-Reisekostenregelungen erstattet.
Wir bitten um Rückmeldung über Deine Teilnahme / Nicht-Teilnahme bis zum 17.02.2014. Falls eine Anreise am Samstag erforderlich ist, bitten wir um Mitteilung an Sandra Koziar (sandra.koziar@verdi.de Tel. 030/6956-1852), damit die Zimmerreservie-rung vorgenommen werden kann.
Die Übernachtung erfolgt im nahegelegenen InterCity-Hotel.

Mit freundlichen Grüßen
gez. Melanie Wehrheim

Vorschlag für die Tagesordnung
1. Begrüßung/Vorstellung
2. Gemeinsame Sichtung der Positionen/Veröffentlichungen
3. Inhaltliche Verständigung zur Überarbeitung der Eckpunkte
4. Arbeitsgruppen: Aktualisierung der Eckpunkte
5. Vorstellung der Arbeitsgruppenergebnisse
6. Bildung eines redaktionellen Teams zur Fertigstellung der Broschüre
7. Verschiedenes

24.03.2014, 9 bis 17.30 Uhr: 5. PiA-Politik-Trefffen (Masurenallee 6A, 14057 Berlin)
Gerne können Sie sich jetzt schon per E-Mail anmelden: info@piapolitik.de.Bitte geben Sie dabei ihr Bundesland und eventuelle Verbände bzw. Organisationen an.
Die Teilnahme ist kostenfrei.Info: http://www.piapolitik.de/

Datum: 24.03.2014 // Zeit: voraussichtlich 09:00 – 17:30 Uhr

Ort:
Kassenärztliche Vereinigung Berlin
Masurenallee 6A
14057 Berlin

Anfahrt:
S-Bahn: S 41, S 42, S 46 (Messe Nord/ICC)
U-Bahn: U 2 (Kaiserdamm)
Bus: M 49, 104, 218, 349 (Haus des Rundfunks)

Spiegel-Artikel: Nach der Uni kommt die Not

Im Karrierie-Spiegel ist ein Artikel zur Situation der Psychotherapeuten in Ausbildung (PiA) erschienen:

Hier zum Artikel

„Auf dem Weg in den Beruf gibt es für künftige Psychotherapeuten wenig zu verdienen, aber viel zu zahlen für die Ausbildung. Oft rackern sie jahrelang als Ein-Euro-Jobber. Die ersten Absolventen prozessieren: weil sie als billige Arbeitskräfte teure Therapeuten ersetzen. (…)“

Diskutiert mit, was Ihr vom Artikel haltet!

DPtV: Reform der Psychotherapieausbildung – Dokumentation des Ideenwettbewerbs

DPtV: Reform der Psychotherapieausbildung – Dokumentation des Ideenwettbewerbs

„Wie könnte eine Weiterbildung in Psychotherapie nach einem Direktstudium aussehen?“

Im Rahmen der Diskussion um die Reform des Psychotherapeutengesetzes taucht immer wieder die wichtige Frage auf, wie könnte – falls es ein Direktstudium Psychotherapie geben sollte – die Weiterbildung möglicherweise aussehen und wie könnte sie realisiert werden. Dabei geht es sowohl um Fragen der inhaltlichen Ausgestaltung als auch um strukturelle Überlegungen sowie um die Finanzierung zukünftiger Weiterbildungsstätten.
Um gemeinsam über diese Fragen zu diskutieren haben die Deutsche PsychotherapeutenVereinigung (DPtV), der Deutsche Fachverband für Verhaltenstherapie (DVT) und der Verbund der universitären Ausbildungsgänge für Psychotherapie (<unith>) zu dieser Veranstaltung eingeladen.

Weiter:
http://piaportal.de/news2+M559d505b2cf.0.html

„Die praktische Tätigkeit zwischen Ideal und Wirklichkeit“ – Ausbildungsinstitute und PTK-NRW diskutierten

„Die praktische Tätigkeit zwischen Ideal und Wirklichkeit“ – Ausbildungsinstitute und PTK-NRW diskutierten

Rund 70 Teilnehmer diskutierten am 11.11. in Düsseldorf Leitlinien und arbeitsrechtliche Fragen für eine bessere inhaltliche Ausgestaltung der praktischen Tätigkeit während der Psychotherapeutenausbildung. Die Veranstaltung war die zweite Tagung, zu der der Zweckverband der Ausbildungsinstitute und die Psychotherapeutenkammer NRW eingeladen hatten.

Weiter:
https://www.ptk-nrw.de/de/aktuelles/nachrichten-2013/detail/article/die-praktische-taetigkeit-zwischen-ideal-und-wirklichkeit-ausbildungsinstitute-und-ptk-nrw-d.html

VPP/BDP: Kommentar zum Koalitionsvertrag

Die wichtigsten Inhalte des Koalitionsvertrages aus psychotherapeutischer Perspektive

Seit dem 27. November 2013 liegt der Koalitionsvertrag nach den Verhandlungen der SPD und CDU/CSU-Fraktionen des Bundestages vor. Vorbehaltlich der Zustimmung der SPD-Basis wurde hier das Programm für die kommende Legislaturperiode beschrieben. Hierbei wurden auch einige sehr wichtige Veränderungen für Psychotherapeuten benannt.

Überarbeitung des Psychotherapeutengesetzes

Zunächst zu den positiven Ergebnissen: Laut dem Koalitionsvertrag soll eine Überarbeitung des Psychotherapeutengesetzes samt der Zugangsvoraussetzungen zur Ausbildung in der kommenden Legislaturperiode durchgeführt werden. Dies war seit langem eine Kernforderung des VPP im BDP und der PiA-Vertretung im VPP/BDP. Beachtenswert ist dabei, dass keine Festlegung auf die Umsetzung der Reform stattfand. Insofern heißt es für den Verband jetzt, die Reform so zu begleiten, dass sich eine tatsächliche Verbesserung der Ausbildungsbedingungen ergibt.

http://vpp.org/meldungen/13/131203_koalition.html

J. Hein: „Streitgegenstand Psychotherapieausbildung – Save Our Souls“

J. Hein: „Streitgegenstand Psychotherapieausbildung – Save Our Souls“

Jörg Hein hielt auf dem letzten Jour-fixe-Treffen der NGfP (Neue Gesellschaft für Psychologie) diesen interessanten Vortrag, mit dem er das Psychotherapiesystem unter verschiedenen Gesichtspunkten, das Psychotherapeutengesetz sowie verschiedene Reformmodelle darstellt. Sehr lesenswert!

http://www.ngfp.de/wp-content/uploads/2013/11/Streitgegenstand-Psychotherapieausbildung.pdf

http://www.ngfp.de/2013/11/streitgegenstand-psychotherapieausbildung/

Auszug aus dem Koalitionsvertrag

Auszug aus dem Koalitionsvertrag:
„Wir wollen in der psychotherapeutischen Versorgung Wartezeiten reduzieren und mehr Betroffenen ein zeitnahes Angebot für eine Kurzzeittherapie eröffnen. Hierzu werden wir das Antrags- und Gutachterverfahren entbürokratisieren, die Gruppentherapie fördern und den Gemeinsamen Bundesausschuss beauftragen, in einer gesetzlich definierten Frist die Psychotherapierichtlinie zu überarbeiten. Die bestehenden Befugnisbeschränkungen für Psychotherapeuten werden wir überprüfen.“ (S. 75)

Und hier noch mal der Satz zum PsychThG:
„Wir werden das Psychotherapeutengesetz samt den Zugangsvoraussetzungen zur Ausbildung überarbeiten.“ (S. 82)

Der gesamte Koalitionsvertrag:
http://www.tagesschau.de/inland/koalitionsvertrag152.pdf

Die neue Regierung will endlich die Reform des PsychThG angehen!

Verhandlungsergebnisse der geplanten Koalition, Bereich Pflege und Gesundheit, Zeile 370: „Wir werden das Psychotherapeutengesetz samt der Zugangsvoraussetzungen zur Ausbildung überarbeiten.“ – Immerhin will die neue Regierung endlich die überfällige Reform des PsychThG angehen. In welcher Form bleibt allerdings offen.

„DIREKTAUSBILDUNG PSYCHOTHERAPIE. Ein Weg mit fatalen Konsequenzen“

Steffen Fliegel
Mitglied der Forschungsgruppe „Ausbildung in Psychologischer Psychotherapie und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie“

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) arbeitet mit Vehemenz an einem grundlegenden Studiengang Psychotherapie, einer sogenannten „Direktausbildung“, und will damit das nach langen Auseinandersetzungen erst vor gut zehn Jahren geschaffene und bewährte Ausbildungsmodell opfern, obwohl sich seit Inkrafttreten des Psychotherapeutengesetzes (PsychThG) eine gute psychotherapeutische Versorgung etablieren konnte. Zu dieser Qualität trägt nach Meinung des Forschungsgutachtens „Ausbildung in Psychologischer Psychotherapie und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie“ (Federführung: Prof. Dr. Bernhard Strauß) insbesondere auch die derzeitige Ausbildungsstruktur bei.
Nach der vom BMG geplanten Ausbildungsreform soll es zukünftig offenbar einen Approbationsstudiengang Psychotherapie geben, der direkt nach dem Abitur beginnen und fünf Jahre dauern soll. Hauptargument des BMG ist eine vermeintliche „ordnungspolitische Angleichung“ der Heilberufe: Auch in der Psychotherapie solle so ausgebildet werden wie in anderen heilkundlichen Tätigkeitsfeldern, in der Medizin, in der Zahnmedizin und in der Pharmazie.

Um heute die psychotherapeutische Approbation zu erwerben und danach heilkundlich im Bereich Psychotherapie tätig sein zu dürfen, erfolgt nach Absolvierung der grundlegenden Studiengänge Bachelor und Master (oder Diplom) in Psychologie/Pädagogik eine postgraduale staatlich kontrollierte Psychotherapieausbildung. (…)

Hier den vollständgien Text lesen (PDF)

BPtK fordert Ausbildungsreform in der nächsten Legislaturperiode

09. September 2013
BPtK fordert Ausbildungsreform in der nächsten Legislaturperiode
Psychotherapeuten in Ausbildung protestieren gegen Ausbildungsmisere

Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) fordert eine Reform der Psychotherapeutenausbildung in der nächsten Legislaturperiode. Sie unterstützt deshalb die bundesweiten Freeze-Flashmobs, die Psychotherapeuten in Ausbildung (PiA) am 9. September veranstalten. Dazu werden sich in Berlin, Bielefeld, Braunschweig, Dresden, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Münster, Oldenburg, Osnabrück, Trier und Tübingen PiA treffen und fünf Minuten in der Bewegung verharren. Die PiA demonstrieren damit gegen die miserablen Ausbildungsbedingungen.

„Beim Zugang zur postgradualen Ausbildung herrscht föderales Chaos und die finanzielle Situation der Ausbildungsteilnehmer ist prekär, vor allem während der mindestens einjährigen praktischen Tätigkeit in einer psychiatrischen Einrichtung“, stellt BPtK-Präsident Prof. Dr. Rainer Richter fest. „Wir setzen uns schon seit Langem dafür ein, diese unhaltbaren Zustände zu beenden.“

Die genauen Treffpunkte für die Freeze-Aktion können aktuell auf der Homepage www.piapolitik.de nachgelesen werden.

http://www.bptk.de/aktuell/einzelseite/artikel/bptk-fordert-4.html

Parteien-Check, Vol. 3

Auf Facebook schrieb jemand:
„Konkrete Leistung der FDP in NRW: Die 1. Bürgermeisterin der Stadt Düsseldorf (FDP), gleichzeitig Mitglied im Landschaftsverband Rheinland (Eigentümer von Kliniken, wie der LVR Klinik) hat einen Antrag bezüglich der angemessenen Bezahlung der PiAs eingebracht, der die Kliniken auffordert PiAs fair zu bezahlen. Der Antrag wurde mehrheitlich angenommen. Einzelheiten sind derzeit in Verhandlung.“
https://www.facebook.com/pia.im.streik

Bundestagswahl am 22. September 2013

15.19.13.-01.09.2013

Nachtrag zu den Aktivitäten der Parteien:

Die Grünen:
Kleine Anfrage der Abgeordneten Birgitt Bender, Maria Klein-Schmeink, Dr. Harald Terpe, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Reform der Ausbildung von Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten

Antwort der Bundesregierung am 21.10.2010:

http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/033/1703352.pdf

MACH MIT: SCHREIBE AN DEINEN ABGEORDNETEN

+++ MACH MIT: SCHREIBE AN DEINEN ABGEORDNETEN +++

Betreff: Schreibe deine PiA-Probleme an deinen Bundestagsabgeordneten – mach mit und werde aktiv!

Liebe PiA, denen die momentane Ausbildungssituation zuwider ist,

Wir wollen gemeinsam das Wahljahr 2013 nutzen und nach den gelungenen Protestaktionen 2012 unsere eigenen Bundestagsabgeordneten mit der Nase auf die katastrophale Ausbildungssituation in der Praktischen Tätigkeit stoßen! Mach mit!

Warum? Wir wollen die längst überfällige Gesetzesreform in Gang bringen!

Im Anhang sind zwei Musterbriefe und eine Liste der Abgeordneten (nach Wahlkreisen sortiert). Falls es dir schwer fällt, deinen Wahlkreis zuzuordnen kannst du ihn hier mit PLZ und Wohnort suchen http://www.bundestag.de/bundestag/wahlen/wahlkreise09/

Bitte schreibe deine Erfahrungen in PT I und PT II in den roten Bereich der Musterbriefe. Bitte individualisiere auch den Rest des Briefes etwas, damit ein MdB nicht zu oft den selben Brief bekommt und dein Brief ungelesen zur Seite gelegt wird.

Was ist in deinem Brief wichtig? Betone deine hohe Eingangsqualifikation mit Hochschulabschluss (Dipl. Psych,/ M. Sc. Psych./ Dipl. Päd./ M. A. Päd.) und schildere deine prekäre Situation in der PT I und II.

• Was war dein Aufgabenfeld? Einzeltherapie? Gruppentherapie? Arztbriefe? Medikamente?
• Für wieviele Patienten warst du verantwortlich? Alleine?
• War ein approbierter Psychologischer Psychotherapeut auf deiner Station? War ein Facharzt auf deiner Station?
• Wieviel Anleitung hast du bekommen? Wer hat dich angeleitet – ein Assistenzarzt, ein Facharzt, ein Psychologe ohne Approbation, ein Psychologischer Psychotherapeut mit Approbation? Wie viele Stunden Supervision pro Woche mit wie vielen PiAs?
• Was hast du verdient?
• Wenn du möchtest, benenne deinen Arbeitgeber.
• Mache auf die Erkenntnisse aus der 85. Bundesgesundheitsministerkonferenz am 28.05.2012 in Saarbrücken und das Forschungsgutachten zur Ausbildung (s. Anhang) aufmerksam!

Achte darauf, dass du kein Bild zeichnest, in dem du dich überfordert schilderst, sondern betone die mangelnde Anleitung.

Wenn du möchtest, lass auch Freunde und Verwandte deine Situation an ihr MdB schicken.

Viele Grüße

Robin Siegel, Peter Freytag, Oliver John, Inga Ladwig & Martina Reimitz
im Auftrag der Mitglieder des PiA-Politik-Treffens und der Bundeskonferenz PiA

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MUSTERBRIEF A:

Sehr geehrter Herr/Frau MdB ….

ich schreibe Sie als Mitglied des Bundestages meines Wahlkreises an, da ich Sie auf ein dringendes Probleme in der Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten gemäß §2 Psychotherapeutengesetz (PsychThG) aufmerksam machen will. Ich selber durchlaufe diese Ausbildung seit XXXX. Während ich sie insgesamt als qualitativ sehr hochwertig erlebe, halte ich insbesondere den Ausbildungsbestandteil „praktische Tätigkeit“ nach §2 der Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Psychologische Psychotherapeuten (PsychTh-APrV) für problematisch.

[HIER PERSÖNLICHE ERFAHRUNGEN EINFÜGEN: Ich selber habe XXXX meine praktische Tätigkeit in der psychiatrischen Abteilung der Kliniken Essen-Mitte absolviert. Ich verfüge als notwendige Eingangsqualifikation zur Ausbildung einen Universitätsabschluss als Diplom-Psychologe. Obwohl ich mit Ausnahme des ersten Einarbeitungsmonats durch die eigenständige Durchführung von Einzelgesprächen (unter gelegentlicher Supervision) und auch der Durchführung von Gruppen unter anderem für Alkoholabhängige Patientinnen und Patienten an der psychiatrischen Versorgung beteiligt war, hat mir die Klinik meine Arbeit zunächst überhaupt nicht und erst nach 7 Monaten mit 400€ pro Monat vergütet.]Dieser Zustand ist offensichtlich kein Einzelfall, was auch das vom Bundesministerium für Gesundheit in Auftrag gegebene Forschungsgutachten zur Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten zeigt: 65 % der Psychotherapeuten in Ausbildung (PiA) führen eigenständig Einzelgespräche und 54 % führen eigenständig Gruppengespräche durch, wobei 50% keine Vergütung und weitere 25% nur eine Vergütung in Höhe von maximal 750€ erhalten.

Diese Schere zwischen der einerseits hohen Verantwortung der PiA durch die Teilnahme an der psychiatrischen Versorgung sowie am Menschen und die andererseits geringe Vergütung ist aus meiner Sicht – sowie beispielhaft aus der Sicht des Landesarbeitsgericht Hamm, Az. 11 Sa 74/12, 29.11.2012 – sittenwidrig und unhaltbar. Diesen Zustand hat auch die 85. Bundesgesundheitsministerkonferenz der Länder auf ihrer Sitzung am 28.05.2012 in Saarbrücken angeprangert.

Da es sich beim Psychotherapeutengesetz und der dazugehörigen Ausbildungs- und Prüfungsordnung um ein Bundesgesetz handelt, richte ich mich mit diesem Schreiben an Sie, als Vertreter meines Wahlkreises, und bitte Sie hier umgehend Änderungsvorschläge einzubringen und durchzusetzen bzw. bei evtl. Koalitionsgesprächen nach der Bundestagswahl auf die Tagesordnung zu bringen!

Für weitere Informationen zu diesem Thema stehe ich Ihnen natürlich gerne zur Verfügung und verbleibe

mit freundlichen Grüßen,

______________________________________________________________________________________________________

MUSTERBRIEF B:

Sehr geehrte/r Frau/ Herr N.N.,

hiermit möchte ich Sie als Vertreter/in meines Wahlkreises im Bundestag auf gravierende Missstände in der Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten hinweisen, die im Zuge der Novellierung des Psychotherapeutengesetzes behoben werden sollten. Ich beziehe mich an dieser Stelle auf die oft prekäre Situation der PsychotherapeutInnen in Ausbildung während der im §2 der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung (PsychTh-APrV) geregelten “Praktischen Tätigkeit“.

In seiner bisherigen Umsetzung bringt dieser maßgebliche Baustein des Ausbildungsganges für mich und meine KollegInnen nicht hinnehmbare Zumutungen mit sich, die sich aus dem unzureichend geklärten Status der PsychotherapeutInnen in Ausbildung (PiA) im Gesundheitssystem ableiten: Einerseits werden PiA von den Kliniken vielfach anspruchsvolle therapeutische Aufgaben übertragen, andererseits wird deren Vergütung mit dem Verweis auf fehlende Qualifikationen als Therapeut verwehrt.

HIER PERSÖNLICHE ERFAHRUNGEN EINFÜGEN: So wurde ich etwa während meiner 12-monatigen Tätigkeit an den Rheinischen Kliniken Köln durchgängig mit Einzel- und Gruppentherapien betraut, bei deren Durchführung ich lediglich durch ein wöchentliches Supervisionsangebot unterstützt wurde. Die einzige “Vergütung“ dieser Tätigkeit bestand jedoch in der Bereitstellung kostenloser Mahlzeiten in der Kantine, obwohl ich neben einem abgeschlossenen Hochschulstudium auch auf eine mehrjährige Tätigkeit als Diplom-Psychologe in den Bereichen Forschung und Lehre verweisen konnte.]

Die Diskrepanz zwischen professioneller Beanspruchung und materieller Vergütung während meiner Praktischen Tätigkeit im Rahmend der PsychTh-APrV stellt keine Ausnahme dar. Wie Sie dem Forschungsgutachten zur Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten des Bundesministeriums für Gesundheit entnehmen können, ist die Praktische Tätigkeit für die Mehrzahl der PsychotherapeutInnen in Ausbildung – vor allem in Ballungsräumen – ein wirtschaftlicher Balanceakt. Dieser Zustand ist aus meiner Sicht – sowie beispielhaft aus der Sicht des Landesarbeitsgericht Hamm, Az. 11 Sa 74/12, 29.11.2012 – sittenwidrig und unhaltbar.

Dass hinsichtlich der Regelung der Praktischen Tätigkeit ein dringender Veränderungsbedarf besteht, ist am 28.05.2012 auch von der Gesundheitsministerkonferenz der Länder festgehalten worden. Ich bitte Sie, als Mitglied des Bundestages und als VertreterIn meiner Region, um Ihre aktive Mitwirkung an der ausstehenden Novellierung des Psychotherapeutengesetzes. Nur auf diesem Wege kann die qualitativ hochwertige psychosoziale Grundversorgung in Deutschland langfristig gesichert werden!

Für Rückfragen stehe ich Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen,
N.N.

Ort, Datum
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Die LISTE MIT SÄMTLICHEN ABGEORDNETEN aller Bundesländer erhaltet ihr auf Anfrage. Schreibt an:

psychotherapeutinnen-in-ausbildung@web.de