Ergebnisse des Berliner Klinik-Rankings online!

Liebe Berliner und Brandenburger PiA,

auf www.piaforum.de/klinikvergleich findet Ihr die Ergebnisse der diesjährigens Klinik-Rankings. Es gibt klare Gewinner und auch klare Verlierer. Wir raten Euch dazu, die Kliniken/Einrichtungen auf deren Umfrage-Ergebnisse aufmerksam zu machen und damit zu versuchen Eure eigene Verhandlungsposition zu stärken. Informiert Euch gut, bevor ihr eine Stelle für die praktische Tätigkeit wählt.

Diskutiert die Ergebnisse hier: http://piaforum.de/2014/11/ergebnisse-des-berliner-klinik-rankings-online/

Wir möchten diese Ergebnisse in viele Kanäle bringen und brauchen dazu Eure Unterstützung. Wenn ihr mithelfen möchtet, meldet Euch per E-Mail an berlin@piaforum.de

Viele Grüße

Eurer Sprecher-Team des Berliner PiA-Forums: Hannah, Julia, Carolina, Mira & Manuel

STOPP: PiA nicht vergessen!

Bei einer kleinen Aktion im Rahmen des Aktionsmonats Juni stellte die Protestgruppe PiA für gerechte Bedingungen! in Berlin reformrelevante Grundforderungen vor. Dazu wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der 2. Fachtagung vor dem Eingang abgefangen und mit den PiA-Forderungen gebrieft. Diskutiere mit, was Du von den Forderungen hälst oder lade Sie dir als PDF herunter.

Leistungsgerechte Vergütung

Praktische Tätigkeit:Anna arbeitet in einer Klinik für Psychiatrie & Psychotherapie mit öffentlichem Versorgungsauftrag für wenig Geld und zu ausbeuterischen Bedingungen. Sie leistet dort 1200 der 1800 Stunden der “Praktischen Tätigkeit” ab, die gesetzlich durch das PsychThG vorgeschrieben sind. In der Klinik leitet sie Gruppentherapien und führt Einzelgespräche mit PatientInnen, also normale psychotherapeutische Arbeit.

Die Praktische Tätigkeit muss angemessen vergütet werden! Wir fordern tarifliche Bezahlung in Anlehnung an den Tarifvertrag für Assistenzärzte. PiA müssen als eigenständige Berufsgruppe im Stellen- und Budgetplan der Kliniken existieren. Die Tätigkeiten eines PiA sind auch mit Blick auf die abgeschlossene akademische Ausbildung leistungsgerecht zu bezahlen! Ein Studium muss sich lohnen! Wir sind gegen eine Bezahlung der Praktischen Tätigkeit auf Mindestlohnniveau. Psychotherapie, auch die werdender Psychotherapeuten, ist keine Niedriglohntätigkeit! Kurz gesagt: Wir wollen auch einen Kittel, aber uns die Farbe selbst aussuchen!

Ambulante Behandlungsstunden:Nach den 1800 Stunden der Praktischen Tätigkeit muss Anna 600 Stunden ambulante Therapie leisten. Diese macht sie in der Ambulanz ihres Ausbildungsinstituts. Hierfür erhält sie im Schnitt nur 40 der etwa 80 €, die die Krankenkasse dafür zahlt. Die andere Hälfte behält das Ausbildungsinstitut für „Verwaltungskosten sowie Raummiete“ ein.

Wir fordern die Bezahlung der Therapiestunden abzüglich der tatsächlichen Kosten für Verwaltung und Raummiete. Diese können bei einer durch Dutzende PiA ausgelasteten Institutsambulanz realistisch betrachtet nicht bei 40 € pro Behandlungsstunde liegen. Der Großteil der Ausbildungsinstitute verdient beträchtlich Geld mit der Therapie durch PiA, ohne dass diese eine entsprechende Gegenleistung dafür erhalten.

Praktische Tätigkeit neu denken

Status klären: PiA sind PsychologInnen oder PädagogInnen mit akademischem Abschluss auf Diplom- oder Master-Niveau. Max wird in seiner Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie jedoch als Praktikant behandelt, ohne Vergütung, ohne Arbeitnehmerrechte und ohne klare Zuständigkeiten und Zuständige auf seiner Station.

Wir fordern eine (eingeschränkte) Behandlungsberechtigung ab Tag 1 unserer Ausbildung, denn dies entspricht unserer Arbeitsrealität. Ob der dazu befähigende Abschluss Master, Staatsexamen oder Approbation heißt, ist dann sekundär. Was wir aber wichtig finden: Die Schaffung und Eingruppierung einer Berufsgruppe PiA inklusive aller Arbeitsrechte und –pflichten und die Schaffung klarer Zuständigkeiten auf Station! Die Praktische Tätigkeit muss hierfür mit der theoretischen Ausbildung verzahnt sein. Plätze für die Praktische Tätigkeit müssen während der Ausbildung innerhalb von drei Monaten garantiert sein! Wir wollen die Einrichtungen frei wählen und uns nicht auf bestimmte sozialrechtliche oder stationäre Formen beschränken. Wir fordern sowohl von Kliniken als auch von Ausbildungsinstituten ein nachvollziehbares – der Arbeitsrealität entsprechendes – Konzept der Ausbildung und nicht der Ausbeutung.

Supervision gewährleisten:Gerade zu Beginn ihrer Ausbildung steht Anna mit der Verantwortung für ihre Station mit 30 Patientinnen und Patienten alleine da. In ihrer Klinik mangelt es an Zeit und Willen für ausreichende Supervision. Einheitliche Regelungen gibt es dazu nicht. Oft schieben die Ausbildungsinstitute die Verantwortung den Kliniken zu und umgekehrt. Anna hilft das wenig.

Wir fordern, dass sich die Supervision über die gesamte Ausbildung im Verhältnis 1:4 (d.h. 1 Supervisionsstunde auf 4 Einzel- bzw. Gruppentherapiestunden) erstreckt und ohne versteckte Zusatzkosten gewährleistet wird – denn sie ist Teil unserer Arbeit. Die Supervision kann nur durch approbierte PsychotherapeutInnen erfolgen, denn von ihnen wollen wir lernen. In Kliniken und Kooperationseinrichtungen für die Praktische Tätigkeit müssen dazu approbierte Kolleginnen und Kollegen in ausreichender Zahl tätig sein, um den Ausbildungscharakter zu gewährleisten.

Ausbildung in die öffentliche Hand

Max fragt sich manchmal, warum er überhaupt für seine Ausbildung 30.000 € privat zahlen muss und kaum verdient und seine Kollegin Sabine als Assistenzärztin vom Anfang an 3.800 € monatlich verdient. Dabei sind doch beide während ihrer Ausbildung im öffentlichen Gesundheitswesen tätig.

Die Qualifizierung im Beruf des Psychotherapeuten bzw. der Psychotherapeutin ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, deren Kosten auch gesamtgesellschaftlich zu tragen sind. Dazu gehören Kosten für die Vermittlung von theoretischen Inhalten, für die Supervision und die Vergütung der praktischen Tätigkeit. Wir fordern unsere approbierten KollegInnen in Kliniken auf, nicht zu ruhen, bis alle Ihre PiA eine adäquate Vergütung bekommen. Die Ausbildungsinstitute fordern wir auf, ihre Rechnungen an die Gesellschaft und nicht an uns zu schicken! Lassen Sie uns die Selbstausbeutung innerhalb des Berufsstands beenden!

 

Was Praktikanten verdienen…

Ein Projekt von jetzt.sueddeutsche.de erhebt aktuelle zu Praktikantenverhältnissen inkl. Verdienst und Tätigkeiten.

Postet dort, was ihr verdient und was ihr tut! (Die Informationen bleiben anonym.) – waspraktikantenverdienen.tumblr.com

Wie werden Praktikanten bezahlt? Was müssen sie dafür tun? Lernen sie dafür etwas während des Praktikums? Oder werden sie nur als billige Arbeitskräfte ausgebeutet? Wo macht man gute Praktika? Wo schlechte? Hier sammelt jetzt.de ANONYM Erfahrungen.

Wir sind keine Praktikanten!

Nachdem das letzte PiA-Politik-Treffen nach kontroverser Diskussion beschlossen hat, eine Stellungnahme zum Mindestlohngesetzentwurf zu verfassen, gab es jetzt eine indirekte Reaktion des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Auf die Frage der Abgeordneten Brigitte Pothmer (Grüne): „[…] beabsichtigt die Bundesregierung, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Ausbildung vom geplanten gesetzlichen Mindestlohn auszunehmen?“ antworte das Ministerium wie folgt:

„Nach dem Entwurf der Bundesregierung gilt das Mindestlohngesetz für Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmer. Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Ausbildung haben daher ab dem 1. Januar 2015 einen Anspruch auf eine Vergütung nach dem Mindestlohngesetz, wenn sie in einem Arbeitsverhältnis beschäftigt werden. Darüber hinaus sieht der Gesetzentwurf vor, dass Praktikantinnen und Praktikanten im Sinne des § 26 Berufsbildungsgesetz als Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Sinne des Mindestlohngesetzes gelten und damit einen Anspruch auf den Mindestlohn haben. Nach § 7 Psychotherapeutengesetz findet allerdings das Berufsbildungsgesetz auf die psychotherapeutische Ausbildung keine Anwendung. lm Übrigen stellt die Gesetzesbegründung klar, dass sog. Berufspraktika nicht vom Mindestlohn erfasst werden.“

Was genau heißt das für uns PiA? Wenn wir einen Arbeitsvertrag haben, dann bekommen wir Geld? Das wussten wir auch schon vorher!

Der Spiegel und andere Medien berichten heute von Frau Nahles, die keine Ausnahmen beim Mindestlohn möchte:

„Ich werde das Modell der ‚Generation Praktikum‘ beenden“, kündigte die Ministerin in der Zeitung an. Wer eine Ausbildung oder ein Studium absolviert hat, werde „nicht mehr monatelang für lau ausgenutzt werden“. (zum Spiegel-Artikel)

Damit stehen sich jetzt eine schwammige und uneindeutige Aussage des Ministerium und eine sehr deutliche Aussage der Ministerin gegenüber.

Liebe Frau Nahles, bekommen wir denn nun mindestens Mindestlohn als Psychotherapeuten in Ausbildung (obwohl uns als Psychologen/Pädagogen eigentlich ein viel höheres Tarifgehalt zu stünde) oder nicht?

Worum es aber vor allem geht: Wir sind keine Praktikanten! Auch wenn viele von uns unter Praktikantenverträgen in Krankenhäusern tätig sind, ist unsere Tätigkeit vergleichbar mit der „praktischen Tätigkeit“ der Ärzte in Weiterbildung (Assistenzärzte). Als Psychologen übernehmen wir in den Kliniken oft testpsychologische Diagnostik, neben therapeutischen Tätigkeiten unter Supervision. Gerade wird im Bundestag und in den Ausschüssen zum Thema Mindestlohn diskutiert! Lasst uns jetzt der Politik zeigen, dass wir Arbeitnehmer sind und mindestens Mindestlohn verdienen!

PiA-Politik-Treffen bezieht Stellung zur Mindestlohn-Debatte

TeilnehmerInnen des 5. PiA-Politik-Treffens haben eine Stellungnahme zum Gesetzentwurf des „Tarifautonomiestärkungsgesetzes“ (Mindestlohngesetz) als offenen Brief an das Bundesministerium für Arbeit und Soziales veröffentlicht. Hier geht’s zur Stellungnahme.

Damit reiht sich das PiA-Politik-Treffen in die kontrovers geführten Diskussionen zum Thema Mindestlohn für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Ausbildung im Rahmen der praktischen Tätigkeit ein. Während die Verbände VPP/BdP, DGVT und DGVT-AusbildungsAkademie sich für die Aufnahme der PiA in eine Mindestlohngesetzgebung aussprechen kritisiert die Deutsche PsychoterapeutenVereinigung (DPtV), dass in in den „Pressemeldungen nicht die Notwendigkeit einer Ausbildungsreform erwähnt [wird], obwohl dies Konsens“ sei. Laut DPtV stimme es „dass PiA keine richtigen Praktikanten sind, und für die Kliniken wirtschaftlich verwertbare Leistungen erbringen“, der Verband sieht jedoch die Diskussion zu tarifrechtlichen Strukturen mit ver.di durch die Mindestlohndebatte konterkariert: „Beide Statements vermitteln den Eindruck, Psychotherapeuten in Ausbildung zukünftig im Niedriglohnsektor ansiedeln zu wollen.“ Das eigentliche Problem der nicht leistungsgerechten Vergütung eines akademischen Berufes sei nicht erwähnt worden.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des PiA-Politik-Treffen haben sich nun nach einer internen Debatte positioniert und sprechen sich gegen die Ausklammerung von Auszubildenden mit bereits abgeschlossenem Studium aus dem Mindestlohn aus, „da dies zu einer Degradierung der praktischen Tätigkeit im Sinne des Psychotherapeutengesetzes (PsychThG) hin zu einem Praktikum führen würde.“  

Neben einer umfassenden Reform des Psychotherapeutengesetzes (PsychThG) und angemessener tariflicher Entlohnung fordern die TeilnehmerInnen PiA-Politik-Treffens den Einbezug von PiA im aktuellen Gesetzentwurf in den Kreis der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Was das Bundesministerium für Arbeit und Soziales dazu antwortet, bleibt abzuwarten.