Kölner Demo ein Erfolg!

Köln, Domplatte, 13Uhr.
Über 250 Demonstranten versammeln sich um 13Uhr vor dem Kölner Dom. Mit Bannern, Trillerpfeifen, Trommeln und Rufen machen wir kräftig Lärm. Erste Passanten bleiben stehen. Die Redebeiträge von Martin Wild (Pia-Netz Rheinland), verdi, Felix Jansen (kooptiertes Mitglied des Landesvorstands Nordrhein, dptv) und vielen weiteren Beteiligten machen übers Megaphon nochmal deutlich: Die PiA lassen sich die unfairen Bedingungen nicht mehr gefallen!

Wir bedanken uns bei allen die gekommen sind, um die bundesweite Protestaktion zu unterstützen und grüßen solidarisch allen Demonstranten in den anderen Städten!

Bisherige Presse auf die Schnelle:

Sendung “Westblick” im WDR 5 (u.a. mit Live-Interview mit Robin Siegel)

http://www.ksta.de/innenstadt/pia-azubi-aufstand-am-dom,15187556,20868854.html

#Pressespiegel: Berliner Streikwoche und bundesweite Demos Dezember 2011

Hier ein Überblick über das Presseecho der Proteste im Dezember 2011:

Wiesbadener Demo ein voller Erfolg

Bilder

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Aus ganz Hessen trafen sich über 250 Demonstranten um 14.00Uhr am Hauptbahnhof in Wiesbaden. Mit Bannern, Trillerpfeifen, Trommeln und Freud-Masken bestückt, zogen wir über die Hauptverkehrsader in Wiesbaden. Schlachtrufe wie „Keine Therapie für lau“ und „Null Euro Lohn – trotz Diplom“ schallten durch die Megaphone und zogen interessierte Passanten an. Von der Polizei tatkräftig unterstützt erreichten wir den Gutenbergplatz, Sitz der Landespsychotherapeutenkammer. Winkend und trommelnd wurden wir dort von Präsident Krieger vom Balkon aus begrüßt, der sich dann solidarisch zu uns Demonstranten gesellte. Über die Klopstockstraße zogen wir lautstark weiter. Am Sozialministerium angelangt lukte schon der ein oder andere Angestellte neugierig aus dem Fenster. Die Lautstärke erreichte ihren Höhepunkt, woraufhin Herr Osmers – Leiter der Abteilung Gesundheit im hessischen Sozialministerium – aus seinem Büro zu uns kam. Er lud zwei der Demo-Organisatoren und die PiA-Landessprecher Jona Iffland und Stuart Massey Skatulla zum Gespräch mit ihm ein. Dort zeigte er persönliches Verständnis für die Situation der PiA. In einer längeren Diskussion bekundete er sein Interesse daran, dass sich das PsychThG bald verändert und schlug einen zukünftigen Gesprächstermin vor. Er ermutigte uns, die Brisanz der öffentlichen Debatten um psychische Störungen wie Depression und Burnout zu nutzen, um auf die Überlastung der PiA aufmerksam zu machen. Die lauten Pfiffe und Rufe der Demonstranten schallten durch die dicken Wände des Sozialministeriums und begleiteten das Gespräch.
Währenddessen richteten sich Jens Ahäuser von verdi, Ariadne Sartorius von dem vhvp und Alfred Krieger vor der roten Therapie-Couch solidarisch an die Demonstranten. Gleichzeitig konnten sich die ausgehungerten PiA bei der Suppenküche stären und aufwärmen. Später berichteten einige PiA über ihre persönliche Situation. Im PiA-Quiz traten zwei PiA gegen Freud an und sahen den nackten Zahlen der PiA-Wirklichkeit ins Gesicht. Mit seiner Mindestgehaltvorstellung für PiA lag Freud leider gnadenlos daneben. Er hätte sich wohl für seine entfernten Ur-Enkel mehr gewünscht. Vielleicht hätte er auch eine Postkarte an den Bundesgesundheitsminister geschrieben, sowie viele Demonstranten heute in Hessen. Wie in allen anderen Demo-Städten entstand auch ein Bild der letzten Hemden, die PiA für ihre Ausbildung hergeben. Um auch im Dunkeln auf uns aufmerskam zu machen endete die Demo mit einer Lichteraktion – solidarisch mit den Berliner Demonstranten.

Fazit: die hessischen PiA haben gezeigt, dass es trotz bereits vorhandener guter Ansätze dringend weiteren Handlungsbedarf gibt und sie sich weiter aktiv engagieren werden!

Presse:

heute: Frankfurter Rundschau
morgen: Rüsselsheimer Echo

Insgesamt hat die Demo in Wiesbaden die Erwartungen aller übertroffen!
Wir sind gespannt auf die Berichte aus weiteren Städten.
Solidarische Grüße!

Stimmung in Köln

Heute gegen 10h versammelten sich ca 200 PiA, KjPiA und Studenten vor dem Kölner Dom. Sie erhielten Unterstützung durch ebenfalls anwesende festangestellte Kollegen aus einer Klinik und sogar eine anwesende Ausbildungsleitung eines der Kölner Institute. Es war deftig windig, aber Petrus hatte bei diesem hochkatholischen Ort wohl Einsicht und liess uns trocken.

Die letzten Hemden waren so schnell aufgehangen, dass unser stellv. NRW PiA-Sprecher zwischen Interview mit der Kölnischen Rundschau und Berichterstattung bei dem „zur Sicherheit“ gesendeten Mannschaftswagen der Poliziei gar keine Chance hatte seine Eingangsrede auch zum Eingang zu halten. Wurde aber nachgereicht. Die Ausbeutungs-Buttons gingen weg wie warme Semmeln. Es wurde ordentlich Lärm gemacht und unsere Lieblingsforderung „Wir wollen Gehalt“ skandiert. Viele interessierte Bürger unterstützten den Protest, liessen sich mit Flyern und Infos versorgen. Seitenweise Unterschriften für die Resolution der Berliner wurden gesammelt. Eine seit 30 Jahren festangestellte Kollegin unterstützte unseren Prostest und hielt eine kurze Rede. Einige PiA haben ein wenig aus dem Nähkästchen geplaudert und mal berichtet, wie sie in ihren Kliniken so behandelt werden. Eine Klinik in Bonn hat eine sehr faszinierende Regelung: Dort wird den PiA zwar kein Gehalt, aber dafür wenigstens ein Fahrtkostenzuschuss von wenigen Euro gezahlt – dieser wird aber sofort wieder gestrichen, sollte PiA sich ereifern einen Job zum Erhalt des Lebensunterhalts anzunehmen. Allerliebst, oder?

Foto für die Collage ist erstellt, allerdings auf Papier und das dauert dann noch bis nächste Woche. Hoffe, dass die Osnabrücker gut bei der Demo in Münster angekommen sind (neuer PiA-Betriebssport: Demo-Hopping!)

Ich trug natürlich, wie schon die ganze Woche, auch nach der Demo noch mein mir mittlerweile ans Herz gewachsenes Info-Schid „In Kölner Kliniken arbeiten Psychologen ohne Gehalt“ und hatte gleich mehrere nette Unterhaltungen, die mit Frage begannen: „Ist das wahr, was da auf dem Schild steht“. Ja, das ist wahr – aber hoffentlich nicht mehr lange!!!

Fazit: Toll dass Ihr alle da wart! Hoffentlich konnten wir uns gegenseitig dazu motivieren den Kliniken zukünftig ordentlich Druck zu machen. WIR WOLLEN GEHALT!

Presse-Fazit: Morgen hoffentlich Bericht in der Kölnischen Rundschau, Bericht in der Neuen Osnabrücker Zeitung (da kommt eine unserer Mitstreiterinnen her)

Presseartikel im OnlineMagazin Köln Nachrichten und im NOZ