DPtV-Modell einer gestuften ambulanten psychotherapeutischen Versorgung

In den Koalitionsvereinbarungen wird zur ambulanten psychotherapeutischen Versorgung u.a. die Absicht formuliert, die Wartezeiten zu reduzieren, zeitnahe Angebote für Kurzzeittherapie zu eröffnen, die Gruppenpsychotherapie zu fördern und die Psychotherapierichtlinie zu überarbeiten.

Wir begrüßen das Vorhaben, die ambulante psychotherapeutische Versorgung zu verbessern. In zahlreichen Gesprächsrunden, auch mit kooperierenden Verbänden, haben wir ein Modell der gestuften Versorgung entwickelt, das viele der genannten Aspekte berücksichtigt. Dabei soll die Richtlinienpsychotherapie um verschiedene Behandlungsmodule ergänzt werden, so dass flexiblere Behandlungsabläufe möglich werden: Mit einer Sprechstunde wird ein niedrigschwelliger Zugang zum Psychotherapeuten/in angeboten, eine frühzeitige diagnostische Abklärung soll die Indikationsstellung verbessern, und die Akutversorgung stellt ein Angebot für kurzfristig zu versorgende Patienten bereit. Auch die Rückfallprophylaxe sowie die langfristige Versorgung chronisch kranker Patienten sind berücksichtigt.

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http://www.deutschepsychotherapeutenvereinigung.de/index.php?id=50&no_cache=1&tx_ttnews[tt_news]=1776&tx_ttnews[backPid]=3

Konzept der gesetzlichen Krankenkassen zur zukünftigen psychotherapeutischen Versorgung

Sieht so die Zukunft der ambulanten Psychotherapie aus? Therapieunterbrechung, Deckelung der Behandlungsstunden, psychometrische Tests und insgesamt wohl mehr Bürokratie … Lest selbst, was sich die GKV ausgedacht hat:

Ärzte Zeitung, 04.12.2013
„Kassen-Konzept sorgt für Streit
Die Kassen haben sich ihre Gedanken gemacht, wie sich die Psychotherapie reformieren ließe – ihre Pläne bringen die Therapeuten auf die Palme. In der Tat hat das GKV-Konzept viele Nachteile. …“
http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/krankenkassen/default.aspx?sid=851132&cm_mmc=Newsletter-_-Newsletter-C-_-20131204-_-Krankenkassen

Positionspapier der GKV:
http://www.bbpp.de/GKV-Positionspapier.pdf

Stellungnahme der Bundespsychotherapeutenkammer:
http://www.bptk.de/aktuell/einzelseite/artikel/gegen-ration.html

DPtV: Fachärztliche Berufsverbände verunglimpfen Psychotherapeuten

Deutsche PsychotherapeutenVereinigung DPtV:

Fachärztliche Berufsverbände verunglimpfen Psychotherapeuten

Mangelhaftes Wissen – Pressemitteilung 19/13

Berlin, 4. Dezember 2013. In einer vor Unwissenheit und Falschbehauptungen strotzenden Pressemitteilung „warnte“ gestern die ‚Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände’ (GFB) davor „ärztliche Leistungen in die Hände nicht-ärztlicher Berufe zu geben.“ Die von der GFB ausgesprochene Warnung vor der Substitution ärztlicher Leistungen wendet sich insbesondere gegen die Erweiterung der Befugnisse für Psychotherapeuten. Die Schlüsse, die die GFB aus den Vereinbarungen des Koalitionsvertrages zieht sind falsch, völlig unsachlich und zeigen eine erstaunliche Unkenntnis über die tatsächliche Ausbildung von Psychologischen Psychotherapeuten und deren nachweislich erfolgreichen Therapiestrategien. „Haben Fachärzte das nötig und wieso kommt diese Warnung gerade jetzt, da die zukünftige Koalition das KV-System spalten will? Wäre es nicht viel sinnvoller, die einheitliche Interessenvertretung der Hausärzte, Fachärzte und Psychotherapeuten zu betonen? Ist die GFB an einer Spaltung interessiert? Oder steht die gerade neu formatierte GFB innerlich so unter Druck, dass solche fragwürdigen Aktionen notwendig werden?“ fragt Dipl.-Psych. Barbara Lubisch, Vorsitzende der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV).

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http://www.deutschepsychotherapeutenvereinigung.de/index.php?id=50&no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=1814&tx_ttnews%5BbackPid%5D=3

J. Hein: „Streitgegenstand Psychotherapieausbildung – Save Our Souls“

J. Hein: „Streitgegenstand Psychotherapieausbildung – Save Our Souls“

Jörg Hein hielt auf dem letzten Jour-fixe-Treffen der NGfP (Neue Gesellschaft für Psychologie) diesen interessanten Vortrag, mit dem er das Psychotherapiesystem unter verschiedenen Gesichtspunkten, das Psychotherapeutengesetz sowie verschiedene Reformmodelle darstellt. Sehr lesenswert!

http://www.ngfp.de/wp-content/uploads/2013/11/Streitgegenstand-Psychotherapieausbildung.pdf

http://www.ngfp.de/2013/11/streitgegenstand-psychotherapieausbildung/

Auszug aus dem Koalitionsvertrag

Auszug aus dem Koalitionsvertrag:
„Wir wollen in der psychotherapeutischen Versorgung Wartezeiten reduzieren und mehr Betroffenen ein zeitnahes Angebot für eine Kurzzeittherapie eröffnen. Hierzu werden wir das Antrags- und Gutachterverfahren entbürokratisieren, die Gruppentherapie fördern und den Gemeinsamen Bundesausschuss beauftragen, in einer gesetzlich definierten Frist die Psychotherapierichtlinie zu überarbeiten. Die bestehenden Befugnisbeschränkungen für Psychotherapeuten werden wir überprüfen.“ (S. 75)

Und hier noch mal der Satz zum PsychThG:
„Wir werden das Psychotherapeutengesetz samt den Zugangsvoraussetzungen zur Ausbildung überarbeiten.“ (S. 82)

Der gesamte Koalitionsvertrag:
http://www.tagesschau.de/inland/koalitionsvertrag152.pdf

Radiosendung: „12. Februar 1998: Psychotherapeuten-Gesetz verabschiedet“

Audio

Eine passende Sendung des WDR2 Stichtags zur Verabschiedung des Psychotherapeutengesetzes im Jahre 1998.

„12. Februar 1998: Psychotherapeuten-Gesetz verabschiedet Heute vor 15 Jahren hat der Bundestag das Psychotherapeutengesetz beschlossen. Es erleichtert Patienten den Weg zum Therapeuten. Jeder dritte Deutsche erleidet in seinem Leben mindestens eine behandlungsbedürftige depressive Phase…“

 

Online-Petition: Anwort des Deutschen Bundestages

Für eine Online-Petition wurden über 10.000 Unterschriften gesammelt. Es ging dabei um eine angemessene Vergütung der Praktischen Tätigkeit. Über diesen Blog bekamen wir von der Petentin die Antwort des Deutschen Bundestages zugeschickt.

„Deutscher Bundestag
Petitionsausschuss
Die Vorsitzende

11011 Berlin, 30.03.2012
Platz der Republik 1

Sehr geehrte Frau …,

der Deutsche Bundestag hat Ihre Petition beraten und am 08.03.2012 beschlossen:

Die Petition
a) der Bundesregierung – dem Bundesministerium für Gesundheit – als Material zu überweisen,
b) den Fraktionen des Deutschen Bundestages zur Kenntnis zu geben.

Er folgt damit der Beschlussempfehlung des Petitionsausschusses (BT-Drucksache 17/8781), dessen Begründung beigefügt ist.

Mit dem Beschluss des Deutschen Bundestages ist das Petitionsverfahren beendet.

Mit freundlichen Grüßen
Kersten Steinke
Anlage: – 1 –

Beschlussempfehlung

Die Petition
a) der Bundesregierung – dem Bundesministerium für Gesundheit – als Material zu überweisen,
b) den Fraktionen des Deutschen Bundestages zur Kenntnis zu geben.

Begründung

Mit der Petition wird um eine angemessene Vergütung der Ausbildungskandidaten zum psychologischen Psychotherapeuten gebeten.

Es handelt sich um eine öffentliche Petition, die auf der Internet-Seite des Petitionsausschusses veröffentlicht wurde. 10.244 Mitunterzeichner haben die Petition unterstützt. Es gab 98 Diskussionsbeiträge (pro und contra im Internet).

Die Petition richtete sich im Wesentlichen auf das seinerzeitige Gesetzgebungsverfahren zum Krankenhausfinanzierungsreformgesetz (KHRG). In dem seinerzeitigen Gesetzesentwurf seien in den Ausbildungsbudgets in den Kliniken und im Ausgleichsfonds keine Kosten für eine künftige Vergütung der Ausbildungskandidaten zum psychologischen Psychotherapeuten vorgesehen. Dies sei für die mittelfristige psychotherapeutische Versorgung in Deutschland mit ernst zu nehmenden negativen Folgen verbunden. Um psychologischer Psychotherapeut werden zu können, brauche man das abgeschlossene Studium der Psychologie, welches sechs bis sieben Jahre dauere, und zusätzlich eine Vollzeitausbildung, die meist vier bis fünf Jahre dauere. Laut Psychotherapeutengesetz müsse ein Ausbildungskandidat im Rahmen der Ausbildung mindestens anderthalb Jahre praktische Tätigkeit in entsprechenden Kliniken absolvieren. Dabei würde er im Wesentlichen die gleiche Arbeit machen wie die fest angestellten Psychotherapeuten. Da die Kliniken dafür in der Regel keine oder sehr geringe Vergütung zahlten, lebten viele Ausbildungskandidaten unter dem Sozialhilfesatz und bekämen keine Unterstützung vom Arbeitsamt. Die Nachwuchssituation würde damit mittelfristig gefährdet.
Zu den weiteren Einzelheiten des Vortrages der Petentin wird auf die von ihr eingereichten Unterlagen verwiesen.

Zu diesem Anliegen sind beim Petitionsausschuss weitere Eingaben eingegangen, die aufgrund ihres Sachzusammenhangs einer gemeinsamen parlamentarischen Behandlung zugeführt werden.

Das Ergebnis der parlamentarischen Prüfung stellt sich unter Berücksichtigung der Stellungnahmen des Bundesgesundheitsministeriums für Gesundheit (BMG) wie folgt dar:

Der Petitionsausschuss weist darauf hin, dass die Frage der Vergütung der praktischen Tätigkeit im Rahmen der Ausbildungen nach dem Psychotherapeutengesetz nicht nur im Zusammenhang mit der vorliegenden Eingabe thematisiert worden ist.
Sie war auch Gegenstand einer Vielzahl von Eingaben anderer Betroffener und Schreiben an Abgeordnete des Deutschen Bundestages. Der Forderung konnte im Zusammenhang mit dem Gesetzgebungsverfahren zum Krankenhausfinanzierungsreformgesetz nicht entsprochen werden. Das BMG wies in seiner Stellungnahme gegenüber dem Petitionsausschuss darauf hin, dass festzuhalten ist, dass die Umstände, unter denen die praktische Tätigkeit abgeleistet wird, in vielen Fällen nicht der geltenden Rechtslage nach dem Psychotherapeutengesetz oder dem, was der Gesetzgeber als inhaltliche Aufgabe dieser Ausbildungsphase vorgesehen hat, entsprechen.

Das BMG hat im Hinblick auf die bereits häufiger vorgetragenen Probleme mit der Psychotherapeutenausbildung ein Forschungsgutachten zum Psychotherapeutengesetz veranlasst, das im Mai 2009 vorgelegt wurde. Gegenstand des Gutachtens waren auch Fragen zur Finanzierung der Ausbildungen. Im Juni 2011 teilte das BMG mit, dass es nach wie vor beabsichtige, das Psychotherapeutengesetz und die Ausbildungs- und Prüfungsverordnungen grundlegend zu überarbeiten. Einen konkreten Zeitplan dafür gebe es noch nicht.

In diesem Zusammenhang weist der Petitionsausschuss darauf hin, dass hinsichtlich der im Koalitionsvertrag auch vereinbarten grundlegenden Modernisierung und Zusammenführung der Pflegeberufe die unter gemeinsamer Federführung des BMG und des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) eingesetzte Bund-Länder-Arbeitsgruppe die Aufgabe hat, Eckpunkte für ein neues Berufsgesetz zu erarbeiten. Die Beratungen befassen sich im Wesentlichen mit den allgemeinen Grundsätzen der Zusammenführung der gegenwärtig unterschiedlichsten Systeme in den Ausbildungen, Aspekten der Ausbildungsstrukturen und –inhalte sowie Finanzierungsfragen.

Nach Ansicht des Petitionsausschusses sind es die in der Petition vorgetragenen Argumente wert, in diesen weiteren Prozess eingebunden zu werden. Er empfiehlt deshalb, die Petition der Bundesregierung – dem BMG – als Material zu überweisen und den Fraktionen des Deutschen Bundestages zur Kenntnis zu geben.“

ePetition Bedarfsplanung

Selbst wenn wir es schaffen, unsere Ausbildungssituation zu verbessern – so geht die Misere danach weiter! Jüngst war allenthalben zu lesen, dass sogar noch Kassensitze eingespart werden sollen! Eine Ermittlung des tatsächlichen Bedarfs Psychotherapie ist notwendig. Hier könnt ihr weitere Informationen als PDF herunterladen. Hier geht es direkt zur Unterzeichnung.