PiA-Politik-Treffen bezieht Stellung zur Mindestlohn-Debatte

TeilnehmerInnen des 5. PiA-Politik-Treffens haben eine Stellungnahme zum Gesetzentwurf des „Tarifautonomiestärkungsgesetzes“ (Mindestlohngesetz) als offenen Brief an das Bundesministerium für Arbeit und Soziales veröffentlicht. Hier geht’s zur Stellungnahme.

Damit reiht sich das PiA-Politik-Treffen in die kontrovers geführten Diskussionen zum Thema Mindestlohn für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Ausbildung im Rahmen der praktischen Tätigkeit ein. Während die Verbände VPP/BdP, DGVT und DGVT-AusbildungsAkademie sich für die Aufnahme der PiA in eine Mindestlohngesetzgebung aussprechen kritisiert die Deutsche PsychoterapeutenVereinigung (DPtV), dass in in den „Pressemeldungen nicht die Notwendigkeit einer Ausbildungsreform erwähnt [wird], obwohl dies Konsens“ sei. Laut DPtV stimme es „dass PiA keine richtigen Praktikanten sind, und für die Kliniken wirtschaftlich verwertbare Leistungen erbringen“, der Verband sieht jedoch die Diskussion zu tarifrechtlichen Strukturen mit ver.di durch die Mindestlohndebatte konterkariert: „Beide Statements vermitteln den Eindruck, Psychotherapeuten in Ausbildung zukünftig im Niedriglohnsektor ansiedeln zu wollen.“ Das eigentliche Problem der nicht leistungsgerechten Vergütung eines akademischen Berufes sei nicht erwähnt worden.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des PiA-Politik-Treffen haben sich nun nach einer internen Debatte positioniert und sprechen sich gegen die Ausklammerung von Auszubildenden mit bereits abgeschlossenem Studium aus dem Mindestlohn aus, „da dies zu einer Degradierung der praktischen Tätigkeit im Sinne des Psychotherapeutengesetzes (PsychThG) hin zu einem Praktikum führen würde.“  

Neben einer umfassenden Reform des Psychotherapeutengesetzes (PsychThG) und angemessener tariflicher Entlohnung fordern die TeilnehmerInnen PiA-Politik-Treffens den Einbezug von PiA im aktuellen Gesetzentwurf in den Kreis der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Was das Bundesministerium für Arbeit und Soziales dazu antwortet, bleibt abzuwarten.

BDP will Mindestlohn auch für Psychotherapeuten in Ausbildung

BDP will Mindestlohn auch für Psychotherapeuten in Ausbildung

26.03.2014 – Der Bundesverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) hat sich dafür ausgesprochen, den von der Bundesregierung geplanten Mindestlohn auch für Psychotherapeuten in Ausbildung geltend zu machen. „Einerseits fordern wir, dass Menschen lebenslang lernen und sich ihnen bietende Bildungschancen nutzen, andererseits müssen sie dann aber erfahren, dass sie trotz ihrer Ausbildung oder ihres Studiums fast unentgeltlich als Praktikant ihren Einstieg in die Arbeitswelt finden müssen“, erklärte BDP-Präsident Prof. Michael Krämer.

Viele Psychotherapeuten in Ausbildung, die mindestens ein Jahr in einer psychiatrischen Einrichtung arbeiten, bekommen häufig nur Praktikantenverträge. Deshalb soll die Bundesregierung in der Ausnahmeregelung für Praktikanten beim Mindestlohn Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung oder Akademiker nicht mit einbeziehen.

http://www.kbv.de/html/newsletter/7307_8400.php

5. PiA-Politik-Treffen am Montag, 24.3. – Pressemitteilung & Workshop-Programm

5. PiA-Politik-Treffen

Kampfbereitschaft junger Psychotherapeuten ungebrochen

Berlin, 20. März 2014. Mit dem 5. PiA-Politik-Treffen am 24. März 2014 in den Räumen der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin zeigt sich erneut die Kampfbereitschaft der Psychotherapeuten in Ausbildung, kurz PiA. Sie wollen nicht klaglos hinnehmen, dass immer noch keine eindeutigen Zugangsregelungen zum Beruf geschaffen wurden, die Null- bis Kaum-Honorierung ihrer Arbeit weiter anhält. Sie fordern, dass die Bundesregierung endlich die Reform der Ausbildung neu gesetzlich regelt. Das Masterniveau soll Zugangsvoraussetzung sein, geringere Abschlüsse werden als unzulänglich abgelehnt.

Rund 8.500 PiA befinden sich in den Kliniken in der Ausbildung. 1.800 Stunden sind dort während der Ausbildung zum Psychotherapeuten oder Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten abzuleisten. Ihre Forderung nach angemessener Vergütung wurde bisher nur teilweise erfüllt, noch immer gibt es Kliniken, die den Diplom-Psychologen und –Pädagogen mit abgeschlossenem akademischem Hochschulabschluss eine Art Praktikantenentschädigung statt einem regulären, nachvollziehbaren und vor allem tariflich geregelten Entgelt zahlen. Die PiA erbringen in den Kliniken vollwertige Leistungen in der Patientenversorgung, verantwortlich und überwiegend selbständig.

Bei dem 5. PiA-Politik-Treffen diskutieren die zukünftigen Psychotherapeuten mit Vertreter/innen der Politik und der Gewerkschaft ver.di. Das Mitglied im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages, Ute Bertram (CDU) und Herbert Weisbrod-Frey von ver.di, werden gemeinsam mit den PiA die Für und Wider der Ausbildungsreform und des neuen Pauschalierenden Entgeltsystems in Psychiatrie und Psychosomatik (PEPP) diskutieren. Die Einführung der PEPP hat bereits in der Planungsphase zu erheblichen Widerständen fachübergreifend in den Kliniken geführt. Bei diesem Abrechnungssystem werden an Hand von einzelfallbezogenen Merkmalen Tagespauschalen gebildet, die mit zunehmender Dauer der Behandlung abgestaffelt werden (degressive Vergütung). Dadurch wird eine Verkürzung stationärer Behandlungen und Verschlechterung der Versorgung psychisch kranker Patienten befürchtet. Trotz der heftigen Kritik an diesem neuen Entgeltsystem wird es aber umgesetzt werden, so dass nun wichtig ist, auf die neuen Regelungen noch Einfluss zu nehmen. Bezogen auf die PiA muss deshalb auch in diesem Bereich darauf geachtet werden, dass für die PiA eine tarifliche Regelung aufgenommen wird.

„Wir werden auch weiterhin unsere Belange auf politischer Ebene einfordern“, betont das verbändeübergreifende Team der PiA. „Wir wollen gerecht bezahlt werden, wir fordern eindeutige Zugangsvoraussetzungen, und wir wollen ausreichende Mittel im System zur sachgerechten Versorgung unserer Patienten. Hierfür fordern wir eine zeitnahe Umsetzung.“

Die PiA freuen sich über Presse- und Medienvertreter/innen, die am 24. März 2014 ab 9:30 Uhr bis 17:30 Uhr zum 5. PiA-Politik-Treffen in die KV kommen. Sie sind herzlich eingeladen!

DPtV: Reform der Psychotherapieausbildung – Dokumentation des Ideenwettbewerbs

DPtV: Reform der Psychotherapieausbildung – Dokumentation des Ideenwettbewerbs

„Wie könnte eine Weiterbildung in Psychotherapie nach einem Direktstudium aussehen?“

Im Rahmen der Diskussion um die Reform des Psychotherapeutengesetzes taucht immer wieder die wichtige Frage auf, wie könnte – falls es ein Direktstudium Psychotherapie geben sollte – die Weiterbildung möglicherweise aussehen und wie könnte sie realisiert werden. Dabei geht es sowohl um Fragen der inhaltlichen Ausgestaltung als auch um strukturelle Überlegungen sowie um die Finanzierung zukünftiger Weiterbildungsstätten.
Um gemeinsam über diese Fragen zu diskutieren haben die Deutsche PsychotherapeutenVereinigung (DPtV), der Deutsche Fachverband für Verhaltenstherapie (DVT) und der Verbund der universitären Ausbildungsgänge für Psychotherapie (<unith>) zu dieser Veranstaltung eingeladen.

Weiter:
http://piaportal.de/news2+M559d505b2cf.0.html

DPtV-Modell einer gestuften ambulanten psychotherapeutischen Versorgung

In den Koalitionsvereinbarungen wird zur ambulanten psychotherapeutischen Versorgung u.a. die Absicht formuliert, die Wartezeiten zu reduzieren, zeitnahe Angebote für Kurzzeittherapie zu eröffnen, die Gruppenpsychotherapie zu fördern und die Psychotherapierichtlinie zu überarbeiten.

Wir begrüßen das Vorhaben, die ambulante psychotherapeutische Versorgung zu verbessern. In zahlreichen Gesprächsrunden, auch mit kooperierenden Verbänden, haben wir ein Modell der gestuften Versorgung entwickelt, das viele der genannten Aspekte berücksichtigt. Dabei soll die Richtlinienpsychotherapie um verschiedene Behandlungsmodule ergänzt werden, so dass flexiblere Behandlungsabläufe möglich werden: Mit einer Sprechstunde wird ein niedrigschwelliger Zugang zum Psychotherapeuten/in angeboten, eine frühzeitige diagnostische Abklärung soll die Indikationsstellung verbessern, und die Akutversorgung stellt ein Angebot für kurzfristig zu versorgende Patienten bereit. Auch die Rückfallprophylaxe sowie die langfristige Versorgung chronisch kranker Patienten sind berücksichtigt.

Weiter:
http://www.deutschepsychotherapeutenvereinigung.de/index.php?id=50&no_cache=1&tx_ttnews[tt_news]=1776&tx_ttnews[backPid]=3

PiA auf dem Klageweg – VPP/BDP stellt Informationen zur Verfügung

Zum Thema PiA auf dem Klageweg stellt der Berufsverband VPP/BDP folgende Dokumente als Download zur Verfügung:

Gerichtsverfahren zur Praktischen Tätigkeit. Was muss ich wissen? FAQs, wie z.B. Wie leite ich rechtliche Schritte ein? Wie läuft ein Arbeitsgerichtsverfahren ab? Muss ich die Kosten für einen Rechtsstreit selber tragen?
Zusammenfassung der Urteilsbegründung des Landesarbeitsgericht Hamm zum Urteil vom 29.11.2012 (Az. 11 Sa 74/12) zur Vergütung der praktischen Tätigkeit
Pressemitteilung der PiA-Vertretung im VPP/BDP: Urteilsbegründung zum Prozess des Landesarbeitsgerichtes Hamm liegt vor: Landesarbeitsgericht verurteilt psychiatrische Klinik zur Bezahlung einer Vergütung der praktischen Tätigkeit und weißt auf den Unterschied zum Praktischen Jahr des Medizinstudiums hin.
Außerdem ist auf der VPP-PiA-Seite auch noch die Einschätzung von ver.di als Download verfügbar sowie weitere Informationen:

Zeit die Realität zu verändern!

Video

Wir freuen uns, heute unseren neuen PiA-Flashmob-Spot veröffentlichen zu können! Zum ersten Mal gezeigt wurde der Spot am 23. Deutschen Psychotherapeutentag in Kiel zu einer kleinen Vor-Premiere. Im Spot werden die diesjährigen Aktionen rund um den „Freeze-Flashmob“ aufgegriffen, die den Stillstand der Gesetzesreform zeigen. Der Aufruf an alle PiA, PsychotherapeutInnen und PolitikerInnen: ZEIT, DIE REALITÄT ZU VERÄNDERN!

Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Ausbildung (PiA) fordern eine Reform des Psychotherapeutengesetzes (PsychThG): Seit Einführung des Gesetzes im Jahr 1999 herrscht Stillstand, der zu Ausbeutung und Unterbezahlung von PiA in deutschen Kliniken führt. Die angehenden Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten (allesamt Psychologen oder Pädagogen mit Hochschulabschluss) fordern eine Beendigung des Stillstands und haben in einem bundesweiten Freeze-Flashmob am 9.9.2013 um 19 Uhr mit über 1000 PiA darauf aufmerksam gemacht.

Wir fordern:

  • Angemessene Bezahlung der praktischen Tätigkeit
  • Masterniveau als Zugangsvoraussetzung zur Ausbildung
  • Ausbildungsreform jetzt!

Schreibt uns, was ihr vom Video haltet (klicken auf „Kommentieren„)  und helft uns bei der Verbreitung des Spots:

Einladung: Treffen der Jungen Psychotherapeuten der DPtV

Die DPtV informiert:
„Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

der Bundesvorstand der DPtV lädt alle interessierten jungen Psychotherapeuten (PiA und Neuapprobierte), die am Wochenende noch Zeit und Interesse haben, zu einem Treffen am Freitag, 06. September 2013 von 13.00 – 17.30 Uhr in der Bundesgeschäftsstelle der DPtV, Am Karlsbad 15, 10785 Berlin ein.

Ein Schwerpunkt soll das Gespräch mit unserem Justiziar Dr. Plantholz über die PiA-Klageverfahren in Hamm und Hamburg sein. Ihre Reisekosten (in Höhe einer Fahrkarte DB 2. Klasse, gerne Sparpreis) werden von der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung übernommen, auch dann, wenn Sie z.B. am Sonntagabend zurückreisen. Über weitere Zusagen freuen wir uns. Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung, Sie erreichen uns unter 030-235 009 0 oder per Mail unter bgst@dptv.de.

Mit freundlichen Grüßen
Deutsche PsychotherapeutenVereinigung

Bundesgeschäftsstelle
Am Karlsbad 15
10785 Berlin
Tel. 030/23 50 09 0

Fax 030/23 50 09 44
bgst@dptv.de

www.dptv.de

Homepage des PiA-Politik-Treffens

Homepage des PiA-Politik-Treffens
PiA – Das sind Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Ausbildung
Das PiA-Politik-Treffen ist ein regelmäßig stattfindendes Forum für Personen, die sich für die Verbesserung der Ausbildungsqualität und der Ausbildungsbedingungen von Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten einsetzen wollen. Am PiA-Politik-Treffen kann jede interessesierte Person teilnehmen.

http://piapolitik.de/

PiA-Tag NRW: „Wie verklage ich meine Klinik auf Zahlung einer Vergütung?“

18. Januar 2013: 15:00 Uhr – 19:30 Uhr; Kassenärztliche Vereinigung Köln, Sedanstraße 10-16

PiA-Tag NRW der PiA-Vertretung im VPP/BDP

Programm

  • 15:00 Begrüßung
  • 15:15 Informationen zur Praxisübernahme
    Jan Friederichs, Justitiar des Berufsverbandes Deutsche Psychologinnen und Psychologen e.V.
  • 16:30 Aktuelle berufspolitische Entwicklungen rund um die praktische Tätigkeit und die Psychotherapieausbildung
    Robin Siegel (PiA-Sprecher im VPP/BDP und Sprecher der PiAVertretung
    Nordrhein-Westfalen)
  • 17:00 Mitgliederversammlung der PiA-Vertretung im VPP/BDP*
  • 17:30 Wie verklage ich meine Klinik auf Zahlung einer Vergütung?
    Rechtsanwalt Wolf-Rüdiger Kneller von der Anwaltssozietät Dr. Geisler, Dr. Franke & Kollegen aus Bielefeld

Unverbindliche Anmeldung an pia@vpp.org bitte bis 11. Januar 2013
Für Verpflegung und Getränke ist gesorgt!**

* Tagesordung der Mitgliederversammlung

  • TOP 1: Begrüßung und Regularien
  • TOP 2: Bericht und Entlastung des PiA-Sprechers
  • TOP 3: Projekte 2013
  • TOP 4: Neuwahl
  • TOP 5: Verschiedenes

(Reisekostenunterstützung für Mitglieder auf Anfrage. Bitte an: pia@vpp.org)
** für Mitglieder im VPP/BDP kostenlos; sonst Verpflegungspauschale 4€ (Bezahlung vor Ort)

Gesamt-Pressemeldung nach den Protesten

Ausbeutung beenden – Ausbildungsreform JETZT!
2500 Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Ausbildung (PiA) protestierten bundesweit für gerechtere Ausbildungsbedingungen

Berlin, 16. November 2012. Am 14.11.2012 gingen in Berlin und elf weiteren Städten Deutschlands über 2500 Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Ausbildung (PiA) gemeinsam mit Studierenden und ihren sich solidarisch erklärenden approbierten Kolleginnen und Kollegen auf die Straße, um für eine Reform der Ausbildung und damit eine Verbesserung der Ausbildungsbedingungen zu demonstrieren. Sie übergaben dem Bundesministerium für Gesundheit unter lautstarker Begleitung 9.000 Unterstützerunterschriften für die Berliner Resolution vom 30.8.2011. Sie stellten zudem zwei zentrale Forderungen an das BMG: „Wir fordern die angemessene Vergütung während der Praktischen Tätigkeit der Ausbildungsteilnehmer an Kliniken,“ so Katharina Röpcke , Sprecherin der PiA-Protestgruppe „PiA für gerechte Bedingungen! Berlin“. „Auch die Festlegung des Mastersabschlusses als Zugangsvoraussetzung zur Psychotherapieausbildung muss endlich festgeschrieben werden“, ergänzen Ariadne Sartorius (bvvp), Kerstin Sude (DPtV) und Eva Schweitzer-Köhn (BDP/VPP) als Verbandsvertreterinnen die Forderungen der PiA. (…)

Hier können Sie die vollständige Pressemitteilung als PDF herunterladen

Dissonanz

Liebe MitstreiterInnen,

ich freue mich sehr ob der allgemeinen Zuversicht und Unterstützung für unsere weitere Protestrunde – und möchte leider rumstänkern:

Alle Berufsverbände (und ich schreibe dies als Vorsitzender eines Regionalverbandes eines solchen) unterstützen nachhaltig unsere Forderungen nach Klinik-Bezahlung und Ausbildungsreform.
In diesen Berufsverbänden sitzen die älteren KollegInnen unseres Berufsstandes, die ihre Kassensitze haben, die Ausbildungsinstitute leiten und in den Kammern und Gremien sitzen.
Warum nur ist ihnen die Misere der PiA bisher entgangen?
Weil Sie bei den Ausbildungsinstituten kräftig an uns verdienen?
Und das nicht könnten, wenn sie die Klinikausbeutung nicht stillschweigend tolerieren würden?
Warum nur teilen sie ihre Kassensitze nicht mit uns?
Haben sie etwa Zeit für Berufspolitik, die ihre Macht absichert, weil sie so wahnsinnig gut verdienen?
Die nächsten PiA-Generationen werden jedenfalls nicht so gut verdienen – weil sie keinen Kassensitz bekommen.

Was geschah 1999?
Ein Teil der Psychotherapeuten bekam einen Kassensitz. Die andere Hälfte ging leer aus.
Danach werden neue PT ausgebildet – die per se leer ausgehen!
PiA werden heute ausgebeutet in Kliniken und auch in Instituten und bekommen morgen keinen Kassensitz!
Es ist sehr gut, dass wir uns politisieren – denn nur so können wir bei der älteren PsychotherapeutInnengeneration durchsetzen, dass sie ihre Kassensitze teilen.

Wer dies alles nicht glauben mag, werfe einen Blick in die Medizin-soziologische Literatur: Medizinberufe haben schon eine lange Tradition der ‚Schließungs-Strategien‘:
Die Etablierten verwehren den Jungen den Zugang zu den Verdienstquellen. In unserem Fall hauptsächlich aus Bequemlichkeit und zum Nutzen der Krankenkassen, die so an den PatientInnen Geld sparen (Wartelisten!!!).

Ach, ihr dachtet ihr könnt in Nischenbereichen mit Psychotherapie Geld verdienen?
Und siehe da – ihr müsst noch Zusatzausbildungen machen, die sich wiederum die Etablierten für Euch ausgedacht haben (z.B. KJHG, BGen,’Trauma‘).

Warum gibt es 5000 000 Psychotherapeutische Berufsverbände?
Weil Geld verdienen so leicht ist mit Kassensitz und Berufspolitik daneben ein angenehmer Zeitvertreib?

Forderung an alle Berufsverbände:

– Preisvergleich aller Ausbildungen mit Offenlegung der Institutsgewinne
– Ausbildungsinstitute dürfen nur PiA aufnehmen, wenn ein ordentlich bezahlter Klinikplatz sicher ist (und schon müssten sie schliessen)
– Konsequente Teilung aller nicht ausgelasteten Kassensitze
– Kein Psychotherapeut darf einen anderen anstellen und ausbeuten (leider sehr üblich)
– Förderung der Kostenerstattung
– keine weiteren Mini-Ausbildungen für spezielle Bereiche

Jean Rossilhol
Vorsitzender des VPP Landesfachverbandes Berlin/Brandenburg

Finanzielle Unterstützung der Berliner PiA bei arbeitsrechtlichen Problemen durch den Streik

Der bvvp informiert:

„Berliner PiAs, die wegen Problemen mit dem Arbeitgeber im Zusammenhang mit dem Streik Rechtsberatung benötigen, können sich unter info@bvvp-berlin.de oder rupf-bolz@t-online.de melden. Der bvvp Berlin klärt, inwieweit finanzielle Unterstützung über einen Fond der Psychotherapeuten gegeben werden kann.“